Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1932-05-01 · Heft 4 (Mai 1932) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 4 (Mai 1932)
Date
1932-05-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3537599-3537829-3537833--8317-3546375
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

gelesen hat, wird wissen, worauf es ankommt. Drei Aeußerungen auf der fetzten Sitzung des Berufsressorts seien noch erwähnt: ein Bbr; erwähnte, daß heute der Leibfux mit dem Leibburschen neben den ideologischen Problemen kaum mehr die rein menschlichen Fragen des täglichen Lebens wie Beruf und ähnliches bespräche (stimmt das wirklich?); ein Bbr. fragte, als er Bürokräfte benötigte, bei einem uns völlig fernstehenden christlichem Verbände an — so berichtete ein anderer/ wenn der A.rtikel von Br. Nagler im J.St. nach Aeußerungen auf dem Kartelltag wie eine Offenbarung gewirkt hat, so könne man sich eines leichten Lächelns nicht erwehren, dieser an sich ausgezeichnete Artikel wirkte doch nur deshalb so, "weil hier ausnahmsweise einmal real über Reales, nicht von der Theorie sondern vom Leben aus berichtet "wurde, und das müßte doch keine Ausnahme sein, das müßte doch der Hauptinhalt unserer Zeitschrift und Tagungen sein — so meinte ein anderer. Wer diese Aeußerungen versteht, wird wissen: so darf es nicht mehr sein! Deshalb: Tachles! Sendet Eure Unterlagen für Stellenvermittlung und Bezugsquellennachweis! Beantwortet die Rundschreiben und Fragebogen, die Ihr in nächster Zeit bekommen werdet, schnell und ausführlich! Kümmert Euch in Zukunft mehr um diese Dinge! Gebt neue Anregungen! Oder, wenn Ihr anderer Ansicht seid, begründet wenigstens Euren abweichenden Standpunkt! Zum Schluß zwei Fragen: Sollte nicht diese intensivere Beschäftigung mit den Realitäten mit zur Lösung mancher Schwierigkeiten des Kartells (Altherrenfrage, Palästinaferne) beitragen? Ist es nicht überhaupt dem deutschen Zionismus — wenn auch reichlich spät und vielleicht sogar mehr durch die konjunkturelle Situation bedingt — aufgegangen, daß die Bewegung nur dann Lebendigkeit und Intensität haben kann, wenn viel mehr als bisher Tachles, das Leben Palästinas mit allen seinen Einzelheiten und die realen Zusammenhänge der Zionisten mit diesen Einzelheiten, Inhalt und Konsequenzen der Arbeit ausmacht? Zionismus und Kommunismus. Diskussion auf dem Kartelltag (2, Tag) Referat Kurt Blumenfeld Blumenfeld setzt Krojankers Referat als bekannt voraus. Sein Korreferat soll sich mit Krojankers Ausführungen nicht kritisch beschäftigen sondern eine Darstellung des Problems auf einer anderen Grundlage geben. Er weist darauf hin, daß Krojanker sich im wesentlichen mit dem empirischen Kommunismus in Sowjetrußland auseinandersetzt und daß dennoch die Behandlung eine im wesentlichen gesinnungsmäßig formale ist. Auch dort wo Krojanker die leenweit des Kommunismus grundsätzlich zu betrachten vergeht, glaubt er mit der Gegenüberstellung bolschewistischer und europäischnationaler Kulturvorstellungen in der Antithese Zionismus und Kommunismus auszukommen. 105

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.