Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 4 (Mai 1932)
- Date
- 1932-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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den vorhandenen Beruf im Hinblick auf Palästina spezialisieren. Man "denke etwa an: Naturwissenschaften (kein Zufall, daß unser« Naturwissenschaftler drüben sind), seemännische Berufe im weitesten Sinne, Fruchthandel oder Speditionsfach, fabrikatorische Fachausbildung in für Palästina in Betracht kömmenden Industriezweigen oder das häufig erwähnte Studium des englischen Rechts für Juristen — zufällige Beispiele, die nicht einmal Ansprach darauf erheben, im Augenblick unbedingt, richtig zu sein. Immer wird es sich um Spezialberufe handeln, die übrigens, wie schon erwähnt, auch für Deutschland den Vorzug besserer Aussichten haben. In dieser Richtung sollte von Fall zu Fall die Diskussion und sachgemäße Beratung einsetzen. Hier wird auch die Zusammenarbeit mit den palästinensischen Bundesbrüdern, besonders mit den auch in Palästina zu schaffenden Vertrauensmännern der einzelnen Berufsgruppen, fruchtbar werden. Denn erfahrungsgemäß bekommt man bei klar umrissenen, über das allgemeine hinausgehenden Anfragen viel eher sachliche und ausführliche Antworten. Es * versteht sich von selbst, daß auch die Bundesbrüder in Palästina stets sofort Niederlassungsmöglichkeiten und freiwerdende Stellungen dem Präsidium bekannt geben. Wenn erst der ständige Konnex geschaffen ist, wird das so schnell gehen, wie es notwendig ist, und wenn hier wie beabsichtigt gearbeitet wird, wird vor allem beim Präsidium das Material parat sein, das eine sofortige sachgemäße Beantwortung der Miteilungen gewährleistet. Aber darüber hinaus sind wirtschaftliche Zusammenhänge mit Palästina möglich.— ein wenig Optimismus ist dabei angebracht und dringend zu wünschen. Wenn man sich hier mit Berufsvorbereitung im Sinne des Gesagten beschäftigen wird, wenn hier beruflich und wirtschaftlich lebendige Wechselbeziehungen zwischen dem Einzelnen und dem Kartell entstehen werden, und wenn andererseits ein ständiger Erfahrungs- und Materialaustausch mit dem Lande einsetzen wird — alles ganz praktisch und fern der Theorie (das kann nicht oft genug betont werdenI) —, dann werden auch neue Wege nach Palästina deutlicher zu sehen sein. Dann wird noch keine Aufbruchsstimmung entstehen und soll es auch nicht — aber dann könnte man sich eine wirklichkeitsnähere nie aufhörende Diskussion über Uebersiedlungsmöglichkeiten und von Fall zu Fall auch Ergebnisse vorstellen. Dann wird öfters der Wunsch bei Alten Herren entstehen, Kapital nach Palästina zu bringen, weil dann diese Wünsche eine realere Basis hätten. Dann würden auch Gründungen und Beteiligungen im Lande fundierter geplant und ausgeführt werden können, was — nebenbei bemerkt — wieder jüngeren K.J.V.ern Arbeitsmöglichkeiten schaffen würde. Dann — ist mit diesen Andeutungen schon zu viel gesagt? oder ist nicht vielleicht so — und nur so — das organische Herausarbeiten wenn auch nicht des K.J.V.-Projektes, so doch einzelner Projekte von K.J.V.ern denkbar? „Heber diese Fragen zu schreiben, hat venig Zweck'1 — so äußerte man nicht mit Unrecht. Alles kommt auf die praktische Arbeit an. Im Rahmen eines Artikels kann alles, auch das Wichtigste, nur angedeutet werden; denn jedes sachliche Eingehen auf einzelne Punkte müßte gründlich sein und verbietet sich daher an dieser Stelle von selbst. Aber, wer diese Zeilen richtig 104