Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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übernehmen sollen, sagen: Wir trauen uns das nicht zu, wir müssen vorher wissen: Ist das ein neuer Anfang, oder soll das weitere Auseinanderleben, das immer größer wird, fortgesetzt werden? So muß man ihnen diese Frage konzedieren. Diese Frage kann m. E. ganz klar beantwortet werden. Als ich die Rede von Rudi Hecht hörte, die ich für unrichtig hielt, in der aber menschliche Töne waren, sagte ich mir: Wie nötig wäre da eine dauernde Auseinandersetzung und Unterhaltung! Glaubt Ihr wirklich, wir vertreten einen minderwertigen Zionismus, so scheint mir besonders nach dieser Debatte klar, daß ein wechselseitiges Verhältnis seine geistigen Vorteile hätte. Ihr ahnt gar nicht, wie merkwürdig abgestempelt das alles aussieht! Riskiert doch wenigstens einmal, Euch vielleicht auch von einer anderen Ansicht überzeugen zu lassen! (Hecht: Die Burschen werden sich dafür zur Verfügung stellen). Nein, so geht es nicht, so war das nicht gemeint. Ihr sollt nicht die Einstellung haben: Na schön, zweimal im Jahr müssen wir eben Zitronenwasser ohne Zucker trinken, da kommen eben diese Kulis von der Infanterie und man muß sich ihre Reden anhören. Das hat keinen Sinn. Hier soll man einmal zu einer ehrlichen Meinung kommen. Es scheint Euch doch nicht ganz leicht zu sein, aus dem K.J.V. wegzugehen, sonst wäret Ihr einfach gegangen. Es gibt in so einer Sache nur ein entweder — oder. Zwischenschichtler zu sein und immer mit halb angezogenem Mantel dabei zu sitzen, ist unmöglich. Der Kartelltag wird wegen des Zusammentritts der Personalkommission unterbrochen. C z a p s k i: Nachdem wir uns mit 2 Bbr. der Kadimah zusammengesetzt haben, ist es gelungen, die Mißverständnisse aus dem Wege zu räumen. Die Bbr. der Kadimäh haben erklärt, daß sie die Frage von Gerling nicht beantworten konnten, weil man sie nicht an sie stellen durfte. Wir haben uns davon überzeugt, daß sie entweder in loyalster Weise mit uns Zusammenarbeit im K.J.V. leisten oder eine andere Konsequenz finden werden. Gerling hat sich bereit erklärt, danach in das Präsidium einzutreten. Die Bbr. haben noch gesagt, sie fürchten, daß die künftige Leitung versuchen wird, sie zu ^kolonisieren". Hirsch gab sofort die Erklärung ab, daß dies nicht beabsichtigt sei. Dies genügte der Kadimah. Also dieser Konflikt ist beigelegt. Das Präsidium wird gewählt. Nach einer Begrüßung Egon Rosenbergs an Paul Hirsch und einer Ansprache des neugewählten Präsidenten wird der K. T. mit der Hatikwah geschlossen- Da in den Kartelltagsverhandlungen verschiedentlich auf das Fusionsabkommen Bezug genommen ist, drucken wir dieses nachstehend im Originalwortlaut ab, um die Zitierungen an jeder einzelnen Stelle zu vermeiden. Fusionsabkommen mit dem B. Z. K- (Abdruck aus dem J.St. Februar 1929.) Allgemeines. Es besteht Einigkeit darüber, daß das geeinte Kartell als solches zu parteipolitischen Fragen innerhalb des Zionismus nicht Stellung nimmt und die Sundesbrüder nicht auf bestimmte Meinungen festlegen will. Die politische 93