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Der jüdische Student · 1932-03-01 · Heft 3 (März 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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geteilt: Die Kadimah würde als eigenen Vorschlag ein Präsidium unter Führung von Schloß unterbreiten, wobei dieser die Zusammensetzung des Präsidiums selbst vornehmen würde. Wir haben dem Vertreter der Kadimah erklärt, daß die Mehrheit der Kommission diesen Vorschlag ablehnen muß, weil er nicht der Zusammensetzung des Kartells und des Kartelltages entspricht. Gerling: Ich ziehe hierdurch meine Kandidatur zurück. Ich bin mir darüber klar, daß zwar für mich und sicher den größten Teil der Bbr. die Kartelltagsbeschlüsse selbstverständlich verbindlich sind, weiß aber nicht, ob auch die Kadimah sich daran gebunden fühlt. Meine Frage vorhin hatte ihren guten Grund. Sie ist nicht beantwortet worden. So lieb mir die Arbeit im K.J.V. ist, will ich nicht noch ein Jahr lang meine Kraft für diesen unproduktiven und zermürbenden Kampf gegen den ewigen Stunk sinnlos verbrauchen. Rosenberg: Ich schlage vor, daß die Personal-Kommission auf Grund der Niederlegung Gerlings nochmals zusammentritt. Czapski: Es darf nicht der Fall eintreten, daß die Kadimah nach 8 Tagen erklärt: Wir halten uns an die Beschlüsse des K.T. nicht gebunden, bleiben aber im Kartell. Wenn Schloß in das Präsidium eintreten würde, wäre damit die Garantie dafür gegeben, daß dieser Fall nicht eintritt. Rosenberg: Es gibt für ein Mitglied des K.J.V. keine höhere Instanz als den K.T. Einen K.T.beschluß nicht für sich bindend erklären, heißt, sich von ihm nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich trennen. Ich möchte, damit keine Mißverständnisse entstehen, feststellen, daß Gerlings Frage nicht dahin ging, daß er wollte, die Kadimah soll sich vom Kartell trennen, sondern sie soll sich den gefaßten Beschlüssen fügen. Ich bin aus taktischen Gründen dagegen gewesen, weil ich die Kadimah nicht so überschätze wie Gerling. Ich nahm nur zur Kenntnis, daß es jetzt ganz eindeutige K.T. Beschlüsse gibt und ich mir nicht vorstellen kann, daß irgend ein K.J.Ver diese Beschlüsse mißachten würde. Ihr könnt auf den kommenden Kartelltagen immer wieder versuchen, diese Beschlüsse abzuändern. Solange sie gelten, gelten sie für alle. Man kann sie nur umgehen, wenn man aus dem Kartell herausgeht. Ich bin der Meinung, daß die Besorgnisse Gerlings übertrieben und aus .2 Gründen falsch sind. M. E. wird die Kadimah diese Beschlüsse loyal innehalten. Tut sie es nicht, so bedeutet das auch keine Gefahr für die Arbeit des Präsidiums. Denn dann wäre das Präsidium nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, der Kadimah mitzuteilen, daß sie nicht mehr als Mitglied des K.J.V. ansehen kann. Blumenfeld: Ich möchte bemerken, daß diese Debatte anders hätte entschieden werden können, wenn man noch einmal mit der Kadimah eine Auseinandersetzung hätte führen können. Die hier aufgestellten Behauptungen über die Z.V.f.D. sind objektive Unrichtigkeiten. Wir hätten auch entgegnen können auf die Behauptungen über das Fusionsabkommen. Ich verstehe, daß man in der Kadimah jetzt sagen kann: Das war falsch, aber nicht, wir haben etwas anderes vereinbart. Wir müssen nach den bisherigen Erfahrungen fragen: Wie steht die Kadimah zu diesen Beschlüssen? Ich würde das Verhalten von Rosenberg verstehen, wenn er weiter das Präsidium führen will. Wenn aber die Bbr., die jetzt die Leitung 92

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