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Der jüdische Student · 1932-03-01 · Heft 3 (März 1932) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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gewandt; im Gegenteil, ich habe es bedauert, daß sie ziemlich karg ausgefallen ist. Mich drückt eine gewisse Lässigkeit, die sich bemerkbar macht, die Tatsache, daß junge Menschen so wenig zum Einsatz bringen können für zionistische Aufgaben. Jedes Präsidium wird immer nur die eine Aufgabe haben: Muster und Ansporn zionistischer Tätigkeit zu sein. Denn eins allein gibt dem K.J.V. eine Existenzberechtigung: unsere zionistische Leistung. Gotthelf: Eger hat vorhin mehrmals mit unmißverständlicher Betonung von Berufsrednern gesprochen. Ich finde, der Staatszionismus sollte vor den zionistischen Beamten und ihrer Leistung mehr Achtung haben. Nun zur Frage der Kadimah. Hier steht der schärfste und energischste Gegner der seinerzeitigen Fusion. Ich habe sie bis zuletzt bekämpft und glaube beinahe, ich habe mit meinen Befürchtungen damals Recht gehabt. Ich halte es für einen Fehler, die Frage Schekel-Nicbt-Schekel hier vor diesem Kartelltag zu erledigen, einmal, weil sie nicht in 2 Tagen erledigt werden kann, 2. weil «ine Kadimah, die erklärt, daß Präsiden und Bbr. nicht zu ihrem Konvent kommen dürfen, für uns noch kein Partner ist, mit dem wir überhaupt über solche Fragen sprechen können. Wenn uns die Kadimah nicht erklärt, daß sie nicht länger das Erziehungsressort sabotieren wird, ist ein weiteres Zusammenarbeiten nicht mehr möglich. Seid ehrlich und anständig und beantwortet klar die Frage: Wollt Ihr Euch dem Kartelltag unterwerfen oder nicht? Blumenfeld: Liebe Bbr.! Schloß hat versucht, meine Rede, noch ehe ich sie gehalten habe, zu diskreditieren. Bei manchen hält das, was wir sagen, nur 5 Minuten vor, bei manchen zum Glück länger. Wir erziehen Zionisten. Ihr sagt, man kann nur in der Isolierung zu fester Erkenntnis kommen. Ich glaube, das Gegenteil ist wahr. Ihr müßt alles prüfen, bevor Ihr Euch entscheidet, und dazu gehört ein Zusammenleben mit den andern. Wir wollen jungen Zionisten eine Ueberzeugung vermitteln, die ein Leben lang vorhält. Ihr könnt die jungen Kadimahner vielleicht, vor mir schützen, aber nicht vor der Welt. Das Kartell hat, wie jede Organisation, selbst darüber zu bestimmen, wie es beschaffen sein will. Wir haben uns zugetraut, uns zu bewähren im offenen Kampf mit allen Meinungen der Umwelt. Jede zionistische Meinung hat Platz im Kartell. Ich möchte davor warnen, das nächste Präsidium mit dieser Frage Kadimah zu belasten. Es würde sich an dieser Sache vollkommen verbluten. Das letzte Präsidium hat sich die größte Mühe gegeben. Es gelang ihm nicht, sich mit der Kadimah auseinanderzusetzen. Das Präsidium durfte mit der Aktivitas nicht über diese Sache "Sprechen. Das ist das Schlimmste von allem. Die Kadimah soll sich jetzt entscheiden. Ich hoffe, sie wird sich entschließen, im K.J.V. zu bleiben. Das Ziel der alten Maccabaea, die hier zitiert wurde, war, wirklich nicht nur das Kartell, sondern die zionistische Welt mit Hilfe unserer Arbeit zu erobern, Wir kämpften mit ihr, wir stellten uns ihr. Ich kann verstehen, wenn die Kadimah dasselbe tut, wenn auch sie sich ringend durchsetzen will. Aber sie will ja nicht als Lebendiges sich bewähren. Sie kapselt sich ab. Sie ist genau das Gegenteil dessen, was die Maccabaea war. (Zuruf: Warum sind wir im KJ.V.?) Das verstehe ich eben nicht! Wenn ich in eine Sache hineingehe, bin ich wirklich drin, bin wie alle anderen eingefügt in dieses Ganze. Ich würde es aus zionistischen Gründen begrüßen, wenn die Kadimahner wirklich ein einfaches Mittel hätten, die Verwirklichung des Zionismus 84

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