Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Hans Klee: Rosenberg hat in seinem Rechenschaftsbericht die Frage der Universität Jerusalem berührt, und ich glaube, er ist falsch verstanden worden. Gerade den Terror und seine Formen müssen wir verurteilen und nicht die Gesinnung. Ich billige die weltanschauliche Gesinnung, aus der heraus die zu kritisierenden Vorfälle entstanden sind. Dieser Lehrstuhl ist ein Stück jüdische Assimilation. An unserer Universität haben diese kindischen Dinge nichts zu suchen in einem Moment,, wo viel Wichtigeres auf dem Spiele steht. Hierin stimme ich mit den Bbr. vom Kadimah überein, nicht aber in der Schekelfrage, obgleich ich ein Herzl- oder Staatszionist bin. Die Forderung der Schekelzahlung ist nichts, was neu von Euch verlangt wird« sondern bereits ein Minus gegen das, was heute im Kartellstatut steht. Da das Präsidium des K.J.V. seiner Zeit den unpolitischen Beschluß der Z.V.fJX, die revisionistischen Mitglieder von sich aus zum Austritt zu zwingen, schwer mißbilligt und bedauert hat, hat es nicht daran gedacht, die Bbr. etwa auf diese Paragraphen des Statuts zu vereidigen, sondern versucht, über diese Dinge mit einer diplomatischen Geschicklichkeit hinwegzugehen. Wenn aber klargestellt wird: Schekel doch, so stimmt das damit überein, was die überwiegende Mehrzahl der Revisionisten selbst auch anerkennt. Ich wehre mich dagegen, daß man im Namen Herzls sich hinstellt, um die Herzische Organisation kaputt zu machen. Alles, was wir hier beschließen, wird beschlossen mit der Klausel rebus sie stantibus. Ich unterschreibe die Forderung von Marx und Lelewer Fort mit dem theoretischen Streit, der uns an praktischer Arbeit hindert. Nur dann werden wir das Recht haben, auf diesen Kartelltag als einen gelungenen zurückzublicken, wenn wir zu einer ehrlichen, bundesbrüderlichen Klärung gekommen sind und damit die Grundlage zu praktischer Arbeit gefunden haben. Gerling: Zionismus war gegenüber dem laissez faire, laissez aller der Judenheit die Entscheidung, die Geschicke des jüdischen Volkes nicht länger als Objekt von anderen bestimmen zu lassen, sondern als Subjekt seine eigenen Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Fähigkeit zur Entscheidung und Aktivität sind seine Voraussetzungen. Deshalb bekämpfe ich die von der Kadimah geübte Methode. Wir haben uns unter Entscheidung immer das eine vorgestellt: daß unsere Menschen alles kennen lernen und alles sehen sollen; dann sollen sie sich entscheiden. Gegen diesen Grundsatz der K.J.V.-Erziehung habt Ihr gesündigt. Ihr habt Eure Menschen bewußt abgeschlossen und erzogen. Der eigentliche Grund dafür ist eine Differenz in der Altherrenschaft, die uns gar nichts angeht. Die Alten fallen immer wieder, wie die Katze auf die Füße, auf diese alten Klamotten zurück. Zur Schekelfrage: Die Kadimah fragt uns an ob wir etwa einen Gewissenszwang ausüben wollen. In der heutigen Situation kann es darauf nur eine Antwort geben: Solange diese zionistische Organisation noch besteht, müssen wir für sie eintreten. — Es ist heute nicht gesprochen worden von der zionistischen Propaganda-Truppe. Barak hatte emen großen " Erfolg in den letzten Monaten, der auf die Aktivseite des Präsidiums zu setzen ist. Der J.St. des vergangenen Jahres hat nicht das erfüllt, was wir uns davon versprochen haben. Das hat aber am Kartell gelegen. Das Präsidium kann nur Anregungen geben, Probleme aufzeigen. An Euch ist es, die Arbeit auszuführen. Ich habe mich niemals gegen Kritik SJ