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Der jüdische Student · 1932-03-01 · Heft 3 (März 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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bruder für die Leitung des Palästinaressorts vorgesehen, der diese Voraussetzungen erfüllt. Wir waren uns darüber klar, daß das Palästina-Ressort sich nicht auf die rein gedankliche Beschäftigung mit Palästina beschränken darf. Wir müssen vielmehr ein Palästinaprojekt haben, das nicht nur einzelne K.J.V.er an Palästina wirtschaftlich interessiert, sondern das ganze Kartell mit dem Lande verbindet. Das K.J.V. als Kollektivuni hat bisher in Palästina nichts geleistet. Wir haben uns, "wie Ihr wißt, immer wieder um passende Projekte bemüht. Dabei waren wir uns bewußt, daß wir von hier aus in Palästina nichts unternehmen können, ohne den sachverständigen Rat unserer palästinensischen Bundesbrüder. Das Projekt, das wir Euch heute vorschlagen, ist ein von ihnen warm empfohlenes: Die Treidel-Farm Kinereth. Dieses Projekt ist eine Position in Palästina, die für das Land eine ganz bestimmte Bedeutung hat. Es ist repräsentativ für den jüdischen Jischuw. Es ist außerdem heute schon in einem Zustand, der über das Projekthafte hinaus eine Realität darstellt. Wenn die Mittel, die wir haben, ausreichen, sollten wir m. E. die Sache machen. Wir werden hier eine Kommission einsetzen, die prüft, ob und wie es möglich ist. Dann wird Euch die Kommission einen formulierten Vorschlag machen, und ich glaube, an der ideologischen Voraussetzung wird es dem Kartelltag nicht fehlen. Das Sachliche und Technische müssen wir den Menschen überlassen, die von uns in Palästina sind. Das Berufsressort hat gewisse Erfolge erzielt. Es ist geboren aus der Not der Zeit. Wir haben auch die Aufgabe, unseren Bbr. Bbr. in diesem Augenblick materielle Hilfe zu leisten. Wir haben hierzu alle Fonds angestrengt, haben persönliche Sammlungen vorgenommen. Das genügt nicht. Wir müssen ein besonderes Instrument schaffen, um der Wirtschaftsnot besser als bisher entgegentreten zu können. Dieses Instrument soll die Kreditgenossenschaft der K.J.V.er sein. Das Projekt ist schriftlich niedergelegt. Auch hierfür werden wir eine Kommission wählen, die die Aufgaben einer solchen Kreditgenossenschaft und die Möglichkeit ihrer Durchführung feststellen wird. Jeder alte Herr soll teilnehmen. Alle diese Leistungen, liebe Bbr., von denen ich hier gesprochen habe« sind nur möglich auf der Basis eines einheitlichen K.J.V., einer inneren Geschlossenheit des K.J.V., die bisher nicht ganz erreicht ist. Zwischen unserer Verbindung Kadimah, Berlin, und der Allgemeinheit des Berliner K.J.V. bestehen gewisse Spannungen und Differenzen, die sich immer wieder in Kleinigkeiten und Aeußeriichkeiten geltend machen. Wir sind bereit, in allen diesen kleinen Dingen nachzugeben, wo wir nur können. Aber was wir unbedingt wollen, ist, die tieferen Gründe und Ursachen herauszuarbeiten und uns freundschaftlich darüber auseinanderzusetzen. (Zuruf: Deine Freundschaftlichkeit hast Du heute wieder gezeigt!) Freundschaftlichkeit und Freundlichkeit haben ihre Grenzen, wo noch andere, zum mindesten ebenso heilige Gefühle verletzt werden. Ihr mögt es glauben oder nicht, wir sind vom Präsidium an diese Dinge herangegangen mit dem Wunsche der freundschaftlichen Auseinandersetzung. Wir hatten das Gefühlt wir kommen an die Kadimah nicht heran. Vor ihr steht wie ein Schutzwaü der Altherrenverband der Kadimah. Es wurde uns gesagt: Ihr seid auf unseren Konventen unerwünscht. — Es gibt ein einheitliches K.J.V., das einheitliche 73

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