Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Die beiden Pardeßteile liegen direkt an der Chaussee Samach-Tiberias: der Grapefruitteil zwischen Chaussee und dem Kinerethsee, der Orangenteil zwischen der Chaussee und der Coloniestraße. Die Bäume sind prachtvoll ent~ wickelt, und jeder zu den Ruthenbergwerken fahrende Tourist bewundert die Anlage, aus der das Landhaus hervorragt. Die Orangenanlage präsentiert sich anders und schöner als die üblichen Gärten im Jaffagebiet; es fällt dem Beobachter die Größe und Breite der Baumkronen auf im Gegensatz zu den kleinen Bäumen bei Jaffa. Der Grund für diese Verschiedenheit ergibt sich aus der Pflanzart: die Veredlung der Bäume erfolgte bei uns auf Orangenunterlage, während man bisher sonst im Lande meistens die Aufedlung auf Citronenunterlage gewählt hat. Nun schließt diese, in Kinereth vorgenommene und sich jetzt im Lande immer mehr einbürgernde Art zwar den Nachteil -ein, daß die Bäume mehrere Jahre später zum Ertrag kommen als die der anderen Categorie, weist aber dagegen die großen Vorzüge auf, daß die Bäume viel resistenter gegen Krankheiten sind und außerdem praktisch nicht überaltern (man kennt v in Palästina 60 jährige Bäume dieser Art, die noch gut tragen) während die nach I der bisher üblichen Art gepflanzten Bäume nach 30 Jahren nur noch wenig Frucht liefern. Die Orangen und Grapefruit von Kinereth sind — vielleicht aus klimatischen Gründen — von besonders edlem Aroma und dafür in Palästina bekannt. Der Verkauf der Frucht erfolgt zum Teil im Lande, zum Teil ins Ausland (über Haifa). Der Besitz als Ganzes gesehen gehört zu dem landschaftlich Reizvollstem, was auch in dieser an sich schon so schönen Gegend zu sehen ist. Um diesen Eindruck hervorzurufen wirken zusammen: am Seeufer die gewaltigen Eukalypten, die — in dieser Art selten im Lande — ein entzückendes Wäldchen bilden und das, aus sattem Grün hervorleuchtende stattliche Wohnhaus, das geradezu ein Wahrzeichen der Uferlandschaft geworden ist. Umgekehrt genießt man von diesem Wohnhaus aus einen Rundblick von besonderer Schönheit. Fügen wir noch hinzu, daß das Haus auch in seiner ganzen inneren Anlage zu den besten der ganzen Gegend gehört, so läßt sich zusammenfassend sagen, daß der Farmbesitz nicht nur als Wirtschaftsobjekt, sondern auch als Stück prächtiger Landschaftsgestaltung einzigartig ist. li|e t cfr- <is iie fV L9f 1 er uihrl Die jüngsten Ausschreitungen an der Universität mit ihrem betont juden-; ler[Clndlichen Charakter ließen es dem Präsidium angezeigt erscheinen, auch von pjyJiich aus mit dem Rektor der Universität in Fühlung zu treten und ihm die irp einung und die Forderung der zionistischen Studentenschaft vorzutragen. (nt| Am 6. Februar waren daher die Bbr. Heinz Gerling, Hans Klee i *™d Franz Brüll beim Rektor. Wir betonten, daß uns die Ausschreiben zwar auch antirepublikanischen Charakter zu tragen scheinen, p räsidium und Verbindungen. IfDie Ausschreitungen an der Berliner Universität. 59