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Der jüdische Student · 1932-02-01 · Heft 2 (Februar 1932) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 2 (Februar 1932)
Date
1932-02-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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große Arbeit leistete er mit wenigen Helfern, die Hauptarbeitskraft war er selbst. Dazu kam, daß die allgemeine Situation damals in diesem Neuland besonders schwierig war. Es gehörte eine Pioniernatur sondergleichen dazu, ganz aus eigenen Mitteln heraus und unter Aufwand der ganzen persönlichen Arbeitskraft mit den Verhältnissen fertig zu werden. Der Boden war noch völlig wild; er mußte erst entsteint werden, bevor er unter Kultur genommen! werden konnte (eine äußerst mühselige und kostspielige Arbeit). Außerdem), war man ständigen Schikanen der türkischen Beamtenschaft ausgesetzt, die jede Gelegenheit wahrnahmen, Bakschich zu erpressen. Auch waren diej Transportverhältnisse noch sehr ungünstig; während heute von der nahe ge-j; legenen Eisenbahnstation Samach eine vorzügliche Chaussee über Kineretb nach Tiberias und weiterhin nach Obergaliläa und Damaskus führt, desgleichen von Tiberias nach Haifa, existierten damals nur sogenannte Sommerwege, diel im Winter fast unpassierbar waren. Auch bestand damals noch nicht diel Jordanbrücke bei Daganiah, und man mußte eine Furth passieren oder beif Winterhochwasser versuchen per Ruder- oder Segelboot über den See die Eisenbahn zu erreichen. Trotz allem brachte mein Bruder Alfred die Farm in kurzer Zeit sehr gu(J voran; vor allem erwies sich der groß angelegte Gemüsebau als lukrativ; d; Produkte wurden teils nach Tiberias und Haifa verkauft (dort spricht mat noch jetzt von der besonderen Qualität der damaligen Gemüse der Fai Treidel) und teils per Eisenbahn von Samach nach Damaskus exportiert, De^j Getreidebau dagegen erwies sich ab wenig rentabel, wie es auch heute noci bei den Kolonisten zutrifft- | Eine Aenderung trat ein mit dem Ausbruch des Krieges, wo wir Alle nac| Europa ins Feld mußten. In dieser Zeit wurde die Farm durch einen Vet walter bewirtschaftet und aufrecht erhalten. Nach zwei Jahren konnte xnejL Bruder Urlaub zur Rückkehr auf die Farm erwirken um den Wirtschaft betrieb wieder aufzunehmen. In dieser Zeit machte sich die Belieferung m dort in der Gegend stationierten deutschen Militärs mit landwirtschaftlich^ Produkten günstig bemerkbar. j Da es sich bereits herausgestellt hatte, daß die Fortsetzung des Getreidebaues die Farm nicht weiter bringen konnte und man eine wirklich solle Grundlage für die Zukunft in der Anlage von Citruskulturen erblickte, tele mein Bruder Alfred während des Krieges und noch nach dem Kriege succjpsive einen Citronengarten von ca. 20 Dunam an, weil bis dahin Citronen «xs Palästina mit gutem Erfolg nach Rußland exportiert werden konnten. 8« darauf folgenden Jahre benutzte er dazu, neben dem Gemüsebau die Var-r1 bereitungen zur Anlage eines Orangengartens zu treffen. Bis zum Jahre lf^J in dem der Tod meines Bruders Alfred infolge einer Grippe eintrat, waren auferj dem Citronengarten noch 20 Dunam Orangengarten angelegt worden. Nunulhr! übernahmen abwechselnd mein Bruder Joseph und ich die Beaufsichtigung der^ Farm. Die Anpflanzung des Citronengartens erwies sich leider als ein F|hl-j* schlag, da Rußland keine Citronen mehr einführte; deswegen arbeiteteßjwu^ nachträglich diesen Teil des Gartens auf Grapefruit um, die sich sehr gutfa^f wickelt haben. Der Orangengarten blieb bestehen und ist inzwischen! *a einem . gut tragenden Pardeß herangewachsen. 58

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