Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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jede Einrichtung bedarf ja eines gewissen, Anlauf es und es ist zu hoffen, daß diese Institutionen sich mit der Zeit enwickeln werden. Im übrigen sei noch auf die Einzelberichte verwiesen. Zu 3) Als dritte Maßnahme wurde auf dem Altherrentag die Gründung einer K.J.V.-Kreditgenossenschaft vorgeschlagen. Dieser Gedanke ist im Kartell schon über 2% Jahre alt. Bisher war es so, daß oftmals in kleinen Kreisen und ohnef daß die Kartellöffentlichkeit davon erfuhr oder erfahren mußte, Hilfsaktionen für Bundesbriider vorgenommen wurden. Angesichts der wachsenden Zahl von Gesuchen und der Unwahrscheinlichkeit, ihnen in Zukunft in dem wünschenswerten Maße entsprechen zu können, sind besondere Maßnahmen gerechtfertigt. Außerdem sind wir der Ueberzeugung, daß es in vielen Fällen durchaus möglich ist, die philantropische Art der Hilfe durch eine auf kommerzieller Basis geregelte zu ersetzen. Es wird sich also darum handeln, den Bundesbrüdern, die keine anderen Hilfsquellen erschließen können, für produktive Zwecke oder für Darlehen den Gesamtkredit des K.J.V. nutzbar zu machen. Es ist daran gedacht, die Genossenschaft in Anlehnung an ein Bankinstitut zu schaffen. Die Beratungen sind augenblicklich (Ende Januar) noch im Gange. Die Federführung in dieser Angelegenheit hat das Altherrenressort. Dem Kartelltag wird ein Plan über die Errichtung der Kreditgenossenschaft vorgelegt werden, evtl. im Zusammenhang mit dem Vorschlag der Errichtung eines Wirtschaftsamtes des K.J.V. und einer aktiven Interessennahme in Palästina; Zum Schluß sei noch eine Bemerkung gestattet. Die Tatsache, daß es bisher nicht möglich war gewisse Pläne, wie z. B. das Projekt einer zentral geregelten Kreditaktion, durchzuführen, obwohl es nicht an Anstößen dazu gefehlt hat, zeigt, ^daß es zum guten Teil an dem nötigen Widerhall im Kartell fehlte. Unser Kartell ist ein politisches Kartell, es erzieht seine Menschen zu politischen Menschen und um ihre berufliche und ökonomische Position hat es sich im allgemeinen nicht viel gekümmert. Heute zeigt es sich, daß der Bundesbruder, der berufliche Sorgen hat, der finanziell gehemmt ist, auch in zionistischer Beziehung ein Ausfall wird. Er hat nicht den freien Kopf, um in ideeller, die nötigen Mittel, um in materieller Hinsicht mitzuarbeiten. In dieser ernsten Zeit in gegenseitiger Hilfe die Kräfte zusammenfassen und für einander eintreten, heißt die bundesbrüderlche Losung. Studentenhilfe. . - Von Willi Sommerfeld <V. J. St. „Hasmonaea" L a. B.) Im Folgenden snll kurz über ein Arbeitsgebiet des Präsidiums berichtet werden, das zwar nicht zu den eigentlichen Kartellaufgaben gehört, in der heutigen Zeit aber großes Interesse und rege Mitarbeit erfordert. Es handelt sich um die Studentenhilfe der Berliner Jüd. Gemeinde. Die „Studentenhilfe** ist eine Institution, die jüd. Studenten im Semester monatliche Stipendien und Freitische verschafft. Ein aus Beamten der Jüd. Gemeinde und Vertretern aller jüd. Corporationen zusammengesetzter Ausschuß entscheidet über die 53