Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zeit haben sich in verschiedenen Universitäten (Leipzig, Köln, Königsberg) Bestrebungen zur Schaffung jüdischer Studentenschaften gezeigt, zum Zwecke wirtschaftlicher Hilfeleistung und hochschul-politischer Vertretung, denen z. T. bereits Erfolg beschieden war und an denen das Kartell entscheidend mitgewirkt hat« Als besonderer Erfolg unserer Arbeit hat die Neubesetzung des Postens des Berliner Studentenrabbiners durch die Person unseres Gesinnungsfreundes Dr. Max Wiener zu gelten. Zu den anderen Fragen dieses Ressorts will ich lediglich auf das unlängst den Verbindungen zugegangene hochschulpolitische Rundschreiben Bezug nehmen, insbesondere auf die dort über die S'portpflege unserer Bundesbrüder gemachten Bemerkungen, die mit der Selbstwehraktion im engsten Zusammenhang stehen« II. Das Außenressort hat-bei allen .in Frage kommenden Gelegenheiten, für die Vertretung des Kartells gesorgt, insbesondere bei offiziellen Anlassen und die bereits in früherer Zeit entstandenen Beziehungen zu den anderen zionistischen und jüdischen Organisationen aufrechterhalten und gefestigt. Die auf dem Hamburger Kartelltag besprochene Förderung der Beziehungen zu den jüdischen Studenten des Auslandes wurde in Angriff genommen« Da sich bei früheren Gelegenheiten gezeigt hatte, daß die Gründung. eines Welt- Verbands jüdischer Studenten dem der organische Unterbau fehlt," unzweckmäßig ist und derartige Versuche, wie sie in früherer Zeit von Wien und Antwerpen aus gemacht wurden, nach kurzer Zeit einschliefen, haben wir zunächst diese Beziehungen zum Ausland in zwangloser, mehr freundshaftlicher Weise aufgenommen. Wir unterhalten sie z. Zt. — von Palästina abgesehen — zu Lif ien, Polen, Schweiz, Belgien, Frankreich, England, Österreich, Ungarn, Holland und Amerika. Eine Reihe von Vertretern dieser Länder haben uns in der letzten Zeit besucht, es wurden Vorschläge für die Zusammenarbeit besprochen, insbesondere wurde immer wieder der Wunsch geäußert, den J.St. zu einer Zeitschrift der zionistischen Studenten aller Länder auszubauen; ein Vorschlag, der bisher wegen der Internität des J.St. undurchführbar war. Die Verfolgungen denen die jüdischen Studenten des Auslandes vielfach ausgesetzt sind, machen die weitere Ausdehnung dieser Arbeit zur unbedingten Notwendigkeit. Es soll daher alsbald nach dem Kartelltag in diese Arbeit eine größere Systematik dadurch gebracht werden, daß nach der Beschaffung der notwendigen Unterlagen die Beziehungen zu den noch fehlenden Ländern aufgenommen werden. Erst am Ende dieser Entwicklung soll die beabsichtigte umfaßendere Organisation geschaffen werden. Für die Beschaffung der Unterlagen hat das Ressort einen ausführlichen Fragebogen entworfen, bei dessen Abfassung insbesondere Bbr. Boris G u r e w i c z -Riga wertvolle Hilfe geleistet hat. Alle diese Bemühungen gingen von dem Gedanken aus, die auf Grund einer 30 jährigen Tradition im Kartell gesammelten Kräfte für einen umfassenderen Kreis von Menschen nutzbar zu machen, den jüdischen Studenten in dieser Zeit wirtschaftlicher und politischer Not Hilfe zu leisten und damit in diesem Ausschnitt der Arbeit dem deutschen Zionismus seine führende Stellung in der jüdischen Welt zu erneuern. Hans Klee. 44