Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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macht werden, als auch immer einzelnen Bundesbrüdern die Möglichkeit einer Betätigung in Palästina, vielleicht in Form einer Einarbeitung in die Tätigkeit im Lande geben. Die Bedingungen der Erwerbung scheinen besonders günstig. Wir erwarten noch das Resultat der angeforderten Expertise und werden uns dann entscheiden, ob wir dieses Projekt dem Kartelltag zur Annahme empfehlen. Diese beiden großen Aufgaben, Kreditgenossenschaft und Palästinaprojekt werden natürlich große Mittel in Anspruch nehmen. Dies« Mittel lassen sich nicht durch die gebräuchlichen Methoden freiwilliger Spenaen mobilisieren. Sie können nur als eine Kollektivleistung des Kartells durch den vom Kartell* tag jeden Bundesbruder verpflichtenden Beschluß geschaffen werden. Wir werden vorschlagen, für die Bewältigung dieser Aufgaben eine für jeden K. J. V.er einmalige Leistung zu beschließen, deren Aufbringungsmöglicbkeit durch besondere Bedingungen gesichert aber auch erleichtert werden solL Alle diese Einzelfragen werden wir auf dem Kartelltag in einem noch ausführlicheren Rechenschaftsbericht behandeln. Das Leben im K.J.V, und seine Arbeit sind kontinuierlich, und ein Kartelltag soll unsere Arbeit stets im Fortgang, darf sie aber nie in einem Abschluß vorfinden. So übergeben wir die Fortführung unserer Arbeiten auch nunmehr einem neuen Präsidium, für das wir Euch Vorschläge gemacht haben in der sicheren Erwartung, daß das neue Präsidium unsere Arbeit mit steigendem Erfolg fortführen wird. Das Präsidium des K. J. V. Ressortberidite. HodiscJiuU und Außenressort. I. Die Arbeit des Hochs chul-Ressorts im vergangenen Kartell-Jahr war im wesentlichen durch zwei Momente bestimmt: Durch die sich steigernde wirtschaftliche Not unter den jüdischen Studenten und durch die bis zu den letzten Ausschreitungen in Berlin sich erhitzende Atmosphäre an den Universitäten. Wir haben, um der Begegnung beider Gefahren gerecht zu werden» an allen Maßnahmen teilgenommen bezw. sie durch unsere Initiative mit ins Leben gerufen, die die Gesamtheit der jüdischen Studenten für diese bestimmten Zwecke vereinigten. In Berlin hat das Kartell in den Abteilungen für Studentenhilfe des Wohlfahrtsamts der Gemeinde sowie der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden durch die Bundesbrüder Sommerfeld und Berliner mitgearbeitet, eine erhebliche Anzahl von Stipendiengesuchen unserer Bundesbrüder konnte auf diese Weise Berücksichtigung finden. Die Selbstschutz-B.ewegung, die die Abwehr antisemitischer Uebergriffe an den Universitäten zum Ziele hatte, haben wir eifrig gefördert und auch sonst, zum Beispiel, durch mehrfache Fühlungnahme mit dem Ministerium, und den republikanischen Verbänden das getan, was in unseren Kräften stand. In der letzten 43