Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Zählung nicht beteiligten und auch andere jüdische Bevölkerungskreise davon abhielten, sich in die Volkszählungslisten eintragen zu Bassen- Die Revisionisten und ihnen anhängende Kreise ließen die Volkszählmgsfunktionäre nicht in ihre Häuser ein. Die Volkszählung im Jahre 1922 ergab eine ^palästinensische Gesamtbevölkerung von 757 182 Seelen, davon waren 590 89QD Moslems, 83 794 Juden, 73 024 Christen und 7028 Drusen. Die Zahl der Juckn hat sich also um mehr als 91 000, die der Moslems um über 169 000, die der Christen um über 27 000 erhöht. T. A.J BEMERKUNGEN: Die jüdische akademische Kreditgenossenschaft in Warschau. Im Zusammenhang mit der aufgeworfenen Frage wie der Not des jüdischen Studenten und Akademikers am zweckmäßigsten entgegenzuarbeiten ist, glaube ich, folgende interessante Mitteilungen über eine einzigartige Institution in Warschau (seit kurzem auch in Lemberg) aben zu können. Die jüdische akademische Kreditgenossenschaft ist im Jahre 1926 von einer zielbewußten Gruppe jüdischer Studenten gegründet worden in strikter Ablehnung der bisher üblichen philantropischen Hilfsarbeit. Man hat sich unter dem Einfluß der sich in großartigem Tempo entwickelnden jüdischen Genossenschaftsbewegung in Polen dazu entschlossen, das genossenschaftliche Prinzip auch hier zur Anwendung zu bringen. Es gab dabei gewisse ideologische Kämpfe zwischen den Vertretern der alten und denen der neuen Richtung, die mit einem Sieg des Gedankens der nichtphilantropischen Selbsthilfe endeten. Die drei bis vier Jahre der Existenz der jüdischen akademischen Kreditgenossenschaft haben den Vertretern des genossenschaftlichen Gedankens einen Sieg und eine Rechtfertigung der geleisteten Arbeit erbracht. Die Kredit-Genessenschaft hat langsam EigenkapitaUnen tesauriert, und wenn diese Kapitalien auch für unsere Begriffe nicht sehr groß sind, ist ihre relative Befoitung für polnische Verhältnisse er&sblich« Das Genossenschaftsguthaben betrug (in Zloty) aam 1. Januar 19^ 2284,— bei 309 Anteilen, 1. Januar 19W 5418,— bei 565 Anteilen, 1. Januar 193i 8137,— bei 799 Anteilen. Die Deposfcen der Bank entwickelten sich wie folgt: am 1. Januar 1928 8 588,— Zloty, am 1. Jamiar 1929 16 340,— Zloty, am 1. Januar. 1930 23 039,— Zloty. Die erteilten Darlehen waren sogar, gemessen an deutschen Verhältnissen» sehr beträdrfÜch. Der einzige bisher erwiesene Nachteil dieser Dfeerlehnskredite ist in ihrer KurzfristigkÄ zu erblicken. Die Kredite haben im allgemeinen eine Laufzeit von sachs Monaten gehabt, ein zu kurzer Zaatraum, um wirklich radikale Hilfe gewähren zu können. Man wird dazu übergehen müssen, Kredite auf ein bis zwei Jahre zu gewähren. Die Kredite werden in Form des - Wechseldislkonts erteilt, durch Hereinnahme wan Wechseln der Kreditnehmer gegen entsprechende Bürgschaft oder Wechselgiro. 31