Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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für einige Millionen Pfund Rohmaterialien und Halbfabrikate einführt, teilweise als Unternehmungen ihres Kontrollgebietes, und daß Tausende von Pfunden der hiesigen Wirtschaft erhalten bleiben, die Konkurrenzfähigkeit gesteigert werden konnte, wenn K.J.V.er, ein jeder an seinem Platz, sich in diese Transaktionen einschalten würden. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, daß ICJ.V.er sich fast in allen Ländern befinden und fast jeder an seinem Platze zur Leistung kommen könnte, wenn es nicht Privatangelegenheit des Einzelnen, sondern die Pflicht der Gemeinschaft wäre. Wieviele Bundesbrüder machen jedes Jahr ihre Reisen und welche Rolle spielt Palästina in ihrem Reiseprogramm? (Es soll die beschämende K.J.V.er-Fahrt von 1930 nicht unerwähnt bleiben.) Diese Serie der ungetanen Aufgaben wäre beliebig zu verlängern, sie ist unerschöpflich, weil sie täglich, aus den Bedürfnissen des Lebens, der Wirtschaft, der Gesellschaft, neu entstehen. Ich glaube nicht, daß ein einziger K.J.V.er — und mag er auch von den Unentwegten ad acta gelegt sein — sich dieser Art des Wirkens entziehen würde, ja nicht umgekehrt die Möglichkeiten des Wirkens suchen würde. Nur die Distanz zwischen dem Einzelnen und der Gesamtheit der vor uns gestellten Aufgaben ist zu groß; hier wird eben Vorbedingung zur Leistung die Einschaltung des übersehbaren Kartells. Ich habe hier in der Hauptsache einige „Tatsachen" Palästinas berichten wollen, entstanden aus dem Wunsche, das K.J.V. Anschluß an diese Tatsachen suchen zu sehen. „Zionistische Gedanken" sind gemein wie Brombeeren, während die bescheidenste eigene Leistung, eingeordnet in den Stromkreis des werdenden jüdischen Palästina und vermittelt durch die sichtbare Einheit der in sich geschlossenen Aktionsgemeinschaft, für den Einzelnen und für das. Ganze erfolgreich und fördernd werden muß. Es gibt nach meiner festen Ueberzeugung nur einen Weg: Weniger, reden und schneller bauen. Jedes neue Haus, jeder neue Motor, jeder neue Baum, der gepflanzt wird, wird alle Probleme schneller lösen, als das unerschöpfliche Meer der Diskussionen. Glaubt doch nicht, daß es in der Bew 2gung dann öde ist, ideenlos und ziellos. Das Gegenteil spürt jeder, der heute hier das Glück hat, an den tausend Tagesfragen im Rahmen seines Könnens mitzuwirken. * Die offiziellen Ergebnisse der Volkszählung in Palästina Am 11. Dezember wurden die folgenden provisorischen Ergebnisse der vor kurzem in Palästina durchgeführten Volkszählung offiziell bekanntgegeben: Die Gesamtbevölkerung Palästinas besteht aus 1 035154 Seelen, davon sind 759 952 Moslems, 175 006 Juden, 90 607 Christen und 9589 Angehörige anderer Konfessionen, unter ihnen etwa rund 8000 Drusen und etwa 1000 Personen, die sich als „Agnostiker" bezeichnen. Unter diesen 1000 „Agnostikern" sind etwa 600 Juden. Die Ziffer 175 006 ist nicht die Gesamtziffer der jüdischen Bevölkerung Palästinas, da sich bekanntlich die Zionisten-Revisionisten an der Volks- 30