Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 29 (1932)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1932)
- Date
- 1932-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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sationswille, sind das Zeichen von Stagnation imfi Liquidation? Wer diese Tatsachen sieht, wer den hohen Wirklichkeit suert der „Kleinigkeiten" zu schätzen versteht, wer nicht wie gebannt einseitig in die Schattenhälfte unserer öffentlichen Finanzen starrt, wer das Leben des Löwen nicht aus dem Lexikon kennenlernt, der kann im Zionismus in dieser S&inde nicht Stagnation und Deroute sehen. IV. , Eine ganz andere Frage ist es, wo in diesem Augenblick das K.J.V. steht. * Liest man die Beiträge zum Jubiläum der „Maccaßaea", so muß man sagen: bestimmt nicht in dieser Front des kolonisierenden Zionismus. Vielleicht noch dort, wo man nach Kriegsende ideologisch stand, nur mit dem Unterschied, daß das Leben weitergegangen ist und »man daher heute in die Vergangenheit zurückprojiziert, was früher zumindest die Frischee des Kombinierens -in die Zukunft hatte. Es gehörte einst zu den Binsenwahnfteiten unseres zionistischen Rüstzeuges, den unglücklichen Kontrast zwischen Macht und Einfluß vieler einzelner Juden und der Macht- und Einflußlosi^leit des jüdischen Volkes festzustellen. Wir pflegten uns mit unserer zionistischen Logarithmentafel auszurechnen, in welchem Ausmaß der Zionismus sich Stärken, das Koionisationswerk sich entwickeln würde, wenn es gelang diese Individualpotenzen zu einheitlicher politischer, kolonisatorischer uufl kultureller Leistung zusammenzuschließen. Wir wissen heute, daß der Ansatz zu dieser Rechnung falsch war; denn gemeinsames Handeln setzt nicifct nur ein gameinsames Ziel, sondern vor allem enger umgrenzte, übersichtlicißre Aktionsgemeinschaften voraus, als sie das jüdische Volk in seiner Gesamtheit oder auch nur die Zionistische Bewegung darstellen können. Ganz anders liegen aber die Dinge für eine gebundene Gruppe, wie es das K.J.V. daassfellt, und als ich in diesem Jahre in Deutschland war und sah, über welche Möglichkeiten, Stellungen, Macht und Einfluß einzelne K.J.V.er verfügten, warnend das K.J.V. als Ganzes einen macht- und einflußlosen Verband darstellt, da hielt ich es für den schwersten Fehler unserer bisherigen Arbeit im KJLV., daß wir es nicht verstanden haben, das Kartell selbst zu einem Inötfaument des Zionismus zu machen. Der Kontrast wurde noch verschärft, als ich in der Aktivitas Menschen fand, die mit alter Ehrlichkeit und Ertfechlossenheit nach zionistischer Leistung verlangten. Ich konnte es nicht fessen, daß sich die Alten- Herren der einzelnen Verbände an Stammtischen and die Aktivitas auf ihren offiziellen Veranstaltungen um die erloschenen Feier der ideologischen Auseinandersetzungen versammeln konnten, wo vor ifinen die Chance zu persönlichem Einsatz in und für Palästina bestand, ö&en die einzelnen Bundesbrüder, die in wichtigen Positionen der Warenveitfealung sitzen, eine Ahnung davon, was sie in bewußter organisierter Arbeit für üe Exportsteigerung unserer Produktion tun könnten? Wissen sie, wieviele fähige und einflußreiche Männer sich unter ihnen befinden, die Kapitalien und Kräfte für neue Unternehmungen in Palästina mobilisieren könnten? Haben die Bindesbrüder darüber nachgedacht, was jeder an seinem Platz, in seinem Emlkßgebiet z. B. für die Obstmesse in Tel-Awiw tun könnte, sei es, daß Firmem ihres Wirkungsfeldes -als Aussteller erscheinen oder die Messe besuchen, im Handelsbeziehungen anzuknüpfen? Wissen die K.J.V.er, daß die palästinmsische Wirtschaft jährlich 29