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Der jüdische Student · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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und die Kehrseite der Medaille, die subventionsfreie Wirtschaft, der Oeffentlichkeit umterschlagen. Wer allerdings Fondsstärke und Kraft des Zionismus gleichsetzt, dem ist hier ebensowenig zu helfen wie jenen auch heute noch sporadisch auftretenden Kündern, die Palästina nach einem ideologischen Programm oder gar nicht kolonisiert haben wollen. Daß die Fonds niemals imstande waren, wirklich große Mittel für die Kolonisation zu mobilisieren, ist ein GÜenes Geheimnis. In welchem Ausmaß sie aber versagt haben, können wir erst jetzt übersehen, wo die große Generalliquidation der jüdischen Vermäßen alle Schleier des Besitzgeheimnisses gelüftet hat. Das gilt ganz besonders für Amerika, vor dessen Spenden wir stets so andächtig das Maul aufgesperrt haben. Wenn man jetzt von Schiffbrüchigen des amerikanischen Wirtschaftswunders hört, wie wertlos dort Geld in den anhaltenden Jahren dar Konjunktur war, wie Ueberkonsum und Verschwendung keine Grenzen kannten, so muß man schon annehmen, daß uns die amerikanischen Leistungen blendeten, weil wir in Europa überhaupt nicht mehr wußten, was. eine leicht verdiente Mark ist. Aus dieser Tatsache müssen wir aber unsere Konsequenzen ziehen: Erstens, daß die Fonds, die, an unseren Aufgaben gemessen, bereits in guten Zeiten nur bescheidene Erfolge erzielten, nunmehr in einer Periode des schwersten Existenzkampfes der Juden der ganzen Welt ihre Einmahmeseite nicht auf der alten Höhe werden halten können. Zweitens, daß aOs Resultat dieser Gegebenheit eine Umschichtung der Lasten, soweit es nur irgendwie möglich ist, von den Schultern der Jewish Agency auf andere Schultern erfolgen muß. In dieser Richtung zeigen sich die erstes Spuren eines GesunJungs-, nicht eines Liquidationsprozesses, indem z. B. ein großer Teil der öffentlichen Lasten, besonders im Schul- und Gesundheitswesen, vom Jischuv übernommen werden. Es spricht für die wirtschaftliche Städke des Jischuv, daß er hierzu imstande ist; und es gab schon viel früher Meinungen, die diesen Transfer der Lasten auf lokale Institutionen empfahlen, als es u. a. auch noch möglich war, im stärkerem Maße Regierungsmittel heranzuziehen. Damals aber wollten weder unsere politischen Organe noch die Lehren: etwas davon hören, weil die Geldgeber selbstverständlich als Aequivalent fe ihre Leistungen auch auf Einfluß nicht verzichten wollten, und man vaa „fremdem** Einfluß nichts hören wollte. Diese Umformung stellt keine leoehte und schnelle Operation dar, sie ist durchaus geeignet, manche soziale Institution vorübergehend zu treffen. Von Liquidation kann man aber nur dam sprechen, wenn man Tatsachen auf einen funktionierenden Generalnenner Bringen will. Aehnlich wird es mit den Wirtschaften der öffentlichen Fonds sein. Soweit sie heute in der Luft hangen, wird man sie zu Ende bringen müssen, bereits heute zum großen Teil water Zuhilfenahme „gemeinwirtschaftlicher Erwerbsunternehmen'1. Für die 2xtkunft wird der Einfluß der öffentlichen ..Hand in der Wirtschaft sicherlich zurückgehen und an deren Stelle wird verstärkt das private Kapital und Jas Kapital „gemeinnütziger Gesellschaften" treten, die zwar nach nationalem und gemeinwirtschaftlichen Gesichtspunkten kolonisieren, dabei aber dem Rmtabilitätsmoment bei ihren Gründungen eine weitgehende Rolle zuteilen. Anfänge dafür sind in der amerikanischen P.E.C., der englischen P.C., der Hypothekenbank der Süd- 21

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