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Der jüdische Student · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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es beginnt sich auf dem Markt der leichtverderblichen Lebensmittel eine Schlüsselstellung zu verschaffen. Die Kühlhausgesellschaft ist das gemeinsame Werk -einer größeren Gruppe südafrikanischer Zionisten. (Wo bleiben die deutschen Zionisten?) Die Tote Meer-Kenzession ist endgültig erteilt worden. Details über Produktion und Arbeitskapizität werden nicht bekannt. Aber es arbeiten dort heute mehr als 300 jüdische Arbeiter und fast jede Woche gehen die Chemikalien — in der Hauptsache wohl Brom — mit großen Lastautomobilen zum Hafen von Jaffa, um von dort mit speziellen Seglern nach Port-Said, für den Weitertransport nach England, gebracht zu werden. Das Ruthenberg -Werk am Jordan sist fertiggestellt. Ab 1.. Januar werden die Kraft- und Strompreise beträchtlich herabgesetzt werden. Das große Werk der Elektrifizierung Palästinas ist vielleicht die stärkste wirtschaftliche Position der Juden im Lande und es liegt durchaus im Bereich der Wahrscheinlichkeit, daß die Jerusalemer Elektrizitätsgesellschaft — mit höhen Gestehungskosten — Anschluß an den Ruthenbergstrom wird suchen müssen. Daneben geht — vor allem in Tel-Awiw und Jerusalem, aber auch in den Landstädten — eine recht lebhafte Baubewegung, die in den Städten infolge des Pfundsturzes vielleicht eine etwas überhitzte Note bekommen hat. Das Erfreuliche an. dieser Baubewegung, die keine Symptome einer späteren Krise zeigt, ist.die Tatsache, daß sie von keiner Bodenspekulation begleitet ist. Die Bodenpreise sind, bei mittlerem Umsatz, trotz des Pfundsturzes kaum gestiegen. Bauherren sind fast ausschließlich Leute, die aus Ersparnissen unter Zuhilfenahme von Hypothekenkapitalien bauen und die in bezug auf ihre Einkünfte nicht auf die Erträge aus den Häusern angewiesen, sondern timgekehrt in der Lage sind, aus ihren Einkünften, Verdiensten, Gehältern die -aufgenommenen Hypothekenverpflichtungen abzudecken. Darin unterscheidet sich diese Baubewegung wesentlich von der Hausse in 1925-26. Der Effekt wird sicherlich auch ein Absinken* der Mieten sein, wenn nicht diese Miets- .senkung durch das Fallen des Pfundes abgefangen wird. Aber wie auch immer die Verbilligung sich ausdrücken wird, die Folge wird eine weitere Verbilligung der Lebensbedingungen und auch eine Räumung der arabischen Viertel sowie der Baracken an der Peripherie der Städte sein. ni. Neben dieser nach meiner Beobachtung durchaus nicht stagnierenden Wirtschaft steht das Schmerzenskind der „öffentlichen Finanzen". Soweit es sich nicht um die Pica handelt, die die Arbeiten fast vollkommen -eingestellt hat, war die Lage der öffentlichen Finanzen ja niemals eine gute. Man hat immer mehr ausgegeben als man vereinnahmte, obwohl bereits diese Ausgaben nur einen Bruchteil von dem darstellten, was man hätte ausgeben wollen und müssen. Niemals ist aber die Diskrepanz zwischen den bereits minimalen Ausgaben und den ständig sinkenden Einnahmen so groß gewesen wie heute. Es besteht kein Meinungsunterschied darüber, daß die öffentlichen Finanzen saniert werden müssen. Gera de in dieser Richtung leisten uns aber diejenigen einen schlechten Dienst, die der Welt nur diese defekte Seite unserer Arbeit zeigen 26

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