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Der jüdische Student · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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hingen, erwähnen. Wenn auch die kaufmännische und auch fachliche Führung hier noch keineswegs auf der Höhe ist, so beweisfct dbeh der Weg der „Tnuvah" die ungeheuren Absatzmöglichkeiten im Lande selbst für landwirtschaftliche Produkte der jüdischen Landwirtschaft, wenn üir ausreichende Organisation und eine zielbewußte Propaganda die Arbeit venbereiten. Auch die „Tnuvah" hat sich in der Zeit gerade nach den Unruhen jah gewaltiges Stück vorwärtsentwickelt. Von einem Gesamtumsatz im Jahre 13928 von LP. 70 000,— konnte sie es im Geschäftsjahr 1930 auf LP. 139 000,— HTmsatz bringen. Obst- und Gemüsebau: Wenn man auch nicht sagen kann, daß die Juden vor den Unruhen in diesem Wirtsciaftszweig nicht tätig gewesen wären, so ist doch der Umfang und das AusmaÜB der jüdischen Tätigkeit nach den Unruhen ganz außerordentlich gewachsen, irh glaube nicht zu übertreiben, wenn ich annehme, daß heute der städtische Ukrkt, vor allem in Tel-Awiw und in Haifa, zum größten Teil von jüdischen G&st- und Gemüsezüchtern beliefert wird, die den arabischen und deutschen ^Konkurrenten fast vollkommen verdrängt haben und höchstqualifizierte Produkte auf den Markt bringen. Nur ein Beispiel für viele. Als kurz nach den Hlhruhen, November 1929, der Grundstein zur Assis-Fabrik gelegt wurde, war üia Umgebung unseres Fabrikgeländes ziemliche Einöde. Heute ist dieses GdHet von kleinen Leuten teils gekauft, teils gepachtet. Unter großen Beriesaalern werden fast das ganze Jahr die besten Gemüse und Gartenobst, vor allem Erdbeeren, gezüchtet. Dieser Zweig der Landwirtschaft, der verhältnismäßig wenig Geld und Boden erfordert und zu schnellen Erträgen führt, ist fest vollkommen von kleinen Privatleuten belegt, die dann möglichst auch ein bescheidenes Haus in ihren Besitz stellen, von den Erträgen des Gemüse- und Obstbaues entweder sich ganz ernähren oder gleichzeitig noch in den benachbarten Orangerien oder auch in der nahe gelegenen Stadt Arbeit haben Mangel an ausreichenden Krediten und ungenügende Marktorganisation sbehen noch als Widerstände auf dem sehr aussichtsreichen Wege dieses Tätigkeitsgebietes. Und es wird hier als eine der schönsten Leistungen gewerfeetl, daß eine kleine Zahl von Städtern, Freunde des Obst- und Gemüsebaus^ diesen unerfahrenen und geschäftlich primitiv denkenden Gärtnern zu Hülfe gekommen sind. Ihre schönste Tat war die Schaffung einer jährlich stattfindenden Ausstellung des Obst- und Gemüsebaues, an der sich die kleinen und großen Züchter beteiligen und die einen besonderen Ansporn dadurch erhält, daß sie mit kritischer Preisverteilung und feierlicher Prämiierung endefct. Diese Institution ist nach den Unruhen geschaffen. Was man in diesem iHure zu sehen bekam, würde wahrscheinlich nicht nur unsere Zionisten im Ausland, sondern gute Kenner des Faches in Erstaunen gesetzt haben. Ein rtcht ausgedehnter Zweig des Gartenbaus ist auch die Blumengärtnerei gewonnen, die vielfach die Nachbarmärkte beliefert. Wer in Beyrouth seinen bekannten eine Blumenüberraschung machen will, kann in ganz Beyrouth — ob er will oder nicht — nur die Rosen und Nelken und Tulpen aus Recftovoth bekommen. Noch Details aus der letzten Entwicklung, da alle in die Zeit nach den Unruhen fallen. Bei Tel-Awiw ist ein modernes Kühlhaus errichtet worden. Es ist geeignet, die Konsumzeit für die Orangen um eilige Monate zu verlängern, 25

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