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Der jüdische Student · 1932-01-01 · Heft 1 (Januar 1932) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
29 (1932)
Issue
Heft 1 (Januar 1932)
Date
1932-01-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Sachbericht niederlegte. Mehr ist in dieser Riehiing bisher nicht geschehen. Gegen arabische Kooperativen kann man ja im Sunde um so weniger sein, als man sich nicht dazu entschließen kann, Araber in unsere Kooperativen — vor allem Kreditkooperativen — aufzunehmen. In der Wirklichkeit der Tatsachen ist aber auch hier nichts geschehen. Einwanderung. Die Literatur über diess Thema setze ich voraus. Was ist aber in der täglichen Praxis der Regiering in dieser Beziehung geschehen? Die Zahl der zur Verteilung kommenden Zertifikate ist klein, aber gleichzeitig hat die Regierung durch Spezialgesetz bestimmt, daß alle illegal, meistens mit Touristenvisum, eingewanderten Peismen die dauernde Aufenthaltsbewilligung erhalten können, wenn sie sich bis zu einem bestimmten Termin bei den Einwanderungsämtern der Regienng melden. Leider ist die Zahl der „illegalen" Einwanderer erschreckend odedrig — keine 3000 Personen. Ferner ist noch nicht der Fall eingetreten, daß jemand mit Touristenvisum ins Land gekommen wäre und aus dem Lanfe ausgewiesen wurde, wenn er später den Nachweis erbringen konnte, daß er Arbeit im Lande gefunden hat oder über die Mittel für seine Existenz verSg. Es ist richtig, daß die Regierung bei der halbjährlichen Zertifikatsverteilmg die Aufenthaltsbewilligungen dieser „Illegalen" von der Zahl der verfügflaren Zertifikate „abzieht". * Ich glaube aber kaum, daß die Jewish Agency in cbeas letzten Jahren über diese „Abzüge" getrauert hatr denn sie ist von Jahr zu Jdlr weniger in der Lage, die „legale" Einwanderung zu finanzieren. Auf der an&ren Seite ist im Interesse des Aufbaus gar nichts dagegen zu sagen, daß laute auf eigene Faust und mit eigenen Mitteln über das Touristenvisum hier einwandern, selbst wenn diese Einwanderer tatsächlich die Summe der Zerifikate beeinflussen würden. Ich glaube auch nicht, daß jemand in dieser „ilkggtlen" Einwanderung eine Gefährdung des „Ausleseprinzips" (für das ich inEer allerdings selbst eingetreten bin) sieht. Dieser Unsinn hat uns reichlnSi viel Geld gekostet, damit wir am Schluß feststellen konnten, daß das Lebarc selbst die beste Auslese trifft. Wenn wir heute.nur eine geringe Einwandertngß nach Palästina haben, so kommt das nirgends von verlorenen politischen %sitionen, sondern von der Tatsache, daß über Touristenvisum der Mut zur Einwanderung unter den Juden nicht sehr groß ist und über Zertifikate eine neue große Alijah nur unter zwei Voraussetzungen zu erwarten ist: Sicherung Aar: jüdischen Arbeit in der Pflänzlings Wirtschaft und Einwanderung neuen Kagiials, das allein beträchtliche zusätzliche Arbeit schaffen kann. Es besteht aaich nicht der Funke einer Begründung für die Annahme, daß bei neuem Beikrf von Arbeitskräften die Regierung ausreichende Zertifikate verweigern wüxle. Das ist die Wirklichlichkeit. Die Regierung ihrerseits ist sogar daran sehr interessiert, die Einwanderung jüdischen Kapitals zu erleichtern. So wurde die Grenze für Zertifikate, bei Kapitalisteneinwanderung von LP. 1000.— wieüas auf LP. 500.— heruntergesetzt. Der Direktor des Zoll- und Handelsdeparfeenents unterstrich in einem ausführlichen Wirtschaf tsberieht die Wichtigkeit jjadischer Kapitaleinwanderung und wies darauf hin, daß hauptsächlich durch diese und ähnliche Kapitalimporte die starkpassive Handelsbilanz abgeglichen werden könnte. 21

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