Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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gegeben, das uns zu Herren hat. Ein Gesetz, das zu scheiden weiß in Gutes und in Böses. Das dem Wie des Ablaufs ein Wohin weist." E. b, A.: „Wohin? Ihr wollt Wege bahnen, immer weiter. Zukunft knechtet Euch, hetzt Euch. Die Schönheit des Augenblicks dürft Ihr nicht sehen- Mir ist aufgetan die Schönheit der Welt. Trunken bin ich der Fülle ihrer Formen." R, M.: „Ich will Abschied nehmen an der Grenze des Schabbath. Elischa ben Abuja schreitet weiter, ich kehre zurück. Ich bin doch von denen, die ein Hirtenvolk nur, als an sie die Botschaft erging. Man rief uns zu Bürgen des Rechts, zu Kämpfern der Freiheit. Willkür zu brechen, und die Freiheit zu lehren, die nicht Knechtschaft bedeutet und nicht Herrschaft. Als wir aus Aegypten frei wurden, hörten wir sie in der Wüste, trugen wir sie durch unsere Geschichte. Schmuel lehrte sie die Einfältigen, die Propheten verkündeten sie den Stolzen der Städte, Esra weckte sie wieder in den Schwachen der Rückkehr. Wie sollten wir sie nicht halten, Bedrohte von allen Seiten. Und in uns tragen wir doch alle Reichtümer des Gewesenen, in uns leben sie doch noch, die Gesänge Schelomohs, die Taten Davids, alle die sangen, alle die schufen, alle die glaubten, sie leben weiter. Wir nehmen sie und kennen sie und wir gehen weiter. Unser Schicksal ist eins, ein Bogen gespannt in weite Zukunft." Zionistische Verwirklichung Von Max Locker. Zionistische Verwirklichung — das ist das, was wir uns als persönliches zionistisches Ziel gesetzt haben, das ist die Frage der zionistischen Lebensgestaltung. Man sollte glauben, daß es im K.J.V., in einem Kreise von Menschen, die sich voll und ganz in den Dienst der zionistischen Idee gestellt haben, über diese Frage gemeinsame Vorstellungen gäbe. Leider geht man aber im allgemeinen bei uns vorsichtig um das Problem herum. Eine Frage von so ungeheurer Bedeutung für zionistische Menschen läßt sich aber nicht so einfach umgehen, und man kann nicht immer die Diskussion abschneiden. In Unterhaltungen in irgendeiner Verbindung oder einem anderen Kreis von K.J.V.ern wird oft plötzlich das Problem akut. Aber die Diskussion kommt zu unvorbereitet, und so ist das Resultat nicht befriedigend. Man stellt dann entweder sehr extreme Forderungen auf (Chaluziuth in engerem oder weiterem Sinne, Verpflichtung jedes einzelnen, nach Palästina zu gehen), oder man begnügt sich mit der Feststellung: wir sind 2000 Akademiker, und es können nur sehr wenige aus diesen Berufen hinübergehen. 'Nun ist es aber leider nicht so, daß diese 2000 Akademiker mit aller Gewalt versuchen, alle auf einmal hinüberzugehen. Es ist nicht so, daß unser Präsidium oder irgendeine zionistische Institution von diesen 2000 Akademikern bestürmt wird, ihnen 'Möglichkeiten zur Uebersiedlung zu schaffen. Es drängt sich keiner! Sondern man sagt: „Wir können leider nicht", und macht keine Anstrengungen, diesen Zustand irgendwie zu ändern; viele sind vielleicht innerlich sogar ganz zufrieden damit. Dieses Argument der 2000 Akademiker dürfte keiner für sich in Anspruch nehmen. Denn dann würde man uns mit demselben Recht entgegenhalten können, wir dürfen an das jüdische Volk nicht die Forderung stellen, nach Palästina zu gehen, weil 31