Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Noch einiges Allgemeines . . . Der wesentlichste Andruck: Ob Ihr wollt oder nicht, es ist kein Märchen mehr: das jüdische Natioralheini besteht! Nun, Ihr wißt das auch, und ich habe es auch schon in Deüschland gewußt, aber man muß es sehen und mitleben, um zu begreifen, was das heißt. — Das Schönste und Lieblichste, was man hier sieht, sind die im Lande aufgewachsenen Kinder. Das ist prachtvoll. Und hierin, in diesm nur hebräisch sprechenden, gesunden Kindern, besonders den echten Ikuernjungen auf dem Lande, beweist es sich erst, daß unsere Hoffnung aüM Erneuerung unseres Volkes berechtigt ist. Wir werden vielleicht nie ganz Jaden und ganz Palästinenser werden; bis zuletzt werden wir auch, wenigstens etwas, Deutsche, Russen usw. bleiben. Unsere Kinder werden nur Jucbn, hebräische Juden, Bauern zum Teil, in Erez Israel. Etwas anderes, eine Entdeckung: Es gibt im Lande v.el, viel mehr Deutsche als man glaubt. Und sehr viele von den deutschen iLmdwirten hoffen sehr auf das Gelingen des Praktikantenansiedlungsprojekts!*) — Die Stimmung im Lande ist allgemein sehr gut. . . .„ wenn auch der Geist sich geändert hat. An Stelle jenes „chaluzischen" Gasies — von dem ich ja allerdings auch nur aus der Distanz der Galuth waß — ist eine Atmosphäre der Beruhigung, des Sich-einordnens, der Wirtsxhaftlichkeit getreten. Teils zum Guten, teils zum Schlechten unserer Sache. 0b mehr zum Guten, das hängt vom Gelingen der neuen Alijah und von der Saft der Bewegung in der Galuth ab. — In der Nähe von Rechoboth gibt es auf einem HügÄ eine Art Aussichtsturm. ' Den bestieg ich neulich. Scheint einem manchmal das Geschaffene noch klein und wenig, so hat man hier oben plötzlich das GefurB es ist doch schon sehr viel da. Man sieht von diesem Turm nur wenige gmbische Dörfer, aber viele judische Siedlungen- Vor uns liegt das schöne RechiSoth, dicht dabei die Kwuzah Schiller, unsere Kwuzah**) und die des Noar haaved, der arbeitenden Jugend Palästinas. Dort liegt Ekron, da hinten Gederzfi, dort am Fuße der Berge Juda Hulda mit einem Teil des Herzl-Waldes, links davon Kirjath- An-awim, hier ist Ben Schemen und der andere Teil des öferzl-Waldes, da liegt Bir-Jacob, dort liegt. Neß Zionah, daneben die junge Kokme K'far Aharon, dahinten ist Rischon, in der Ferne ahnt man Mikweh und ÜMrAwiw. Und das ist Judäa, wie sieht so ein Panorama im Emek Jesreel au^l Es ist doch schon manches da, und es ist gut, sich unsere Sache manchmdl auch von oben anzusehen. Statt eines Beitrages Von Erich Cohn. Lieber Bundesbruder,' ich danke der Maccabaea für ihre mich ehrende Auflor&rung, etwas zu ihrer Festschrift zu ihrem 25jährigen Jubiläum beizusteuern. Um begreife auch, daß das Thema „Tendenzkämpfe in der Maccabaea" von trtferesse wäre. Leider aber fühle ich mich nicht in der Lage, diesen Beitrag zu liefern. #) Vgl. Beschluß des Frankfurter Kartelltages, März £29. (Red.) **) Plugah Rechowoth des Kibbuz hameuchad, entsknden aus der Vereinigung der Kibbuzim Ejn Charod, Haschomer Hazair u. a. m. 21