Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Rechtsstatus einer oder mehrerer Generationen bestimmt. Die einen einheitlichen Organismus in horizontaler Gliederung bildende Gesamtheit der Generationen allein ist die „Nation'4. Wenn im Palästinamandat das „historical right" des jüdischen Volkes nicht ausdrücklich erwähnt, sondern dialektisch durch die Formulierung des dritten Absatzes der Präambel umschrieben wird („ ... in Anerkennung der „historical connection" des jüdischen Volkes*) mit Palästina —"}, so hat das politische und juridische Gründe. Politisch war man geneigt alles zu vermeiden» was die Anerkennung eines jüdischen Anspruches auf die Totalität des palästinensischen Raumes bedeuten konnte, juridisch war das „historical right" kein von der völkerrechtlichen Theorie bereits fixierter, von der Praxis rezipierter Begriff. Die Völkerrechtswissenschaft muß sich im Rahmen der Arbeiten über den Rechtskreis der „Nation" dieser Aufgabe unterziehen. Gerade die Umstrittenheit des jüdischen Rechtes auf die nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zeugt nicht von der Schwäche des Rechtsanspruches der jüdischen Nation, sondern von einer bedeutsamen Lücke im gegenwärtigen Völkerrecht. Brief aus Palästina Bei der Rückschau und Sammlung, zu der unser Jubiläum uns Anlaß gibt, gilt unser Gruß besonders auch unseren Freunden in Palästina. — Jeder, der es versucht hat, weiß, wie schwer es ist* „unseren Palästinensern" schriftliche Lebensäußerungen zu entlocken. Uns ist es trotz redlichen Bemühens nicht gelungen, einen für unsere Festschrift bestimmten Beitrag von ihnen zu bekommen. * Wir veröffentlichen also im Auszuge einen der Abfassungszeit nach schon etwas antiquierten Brief unseres lieben Bundesbruders Werner Frankel, den wir hiermit herzlichst grüßen und bitten, uns nicht nur unsere Eigenmächtigkeit zu verzeihen, sondern auch öfter die Möglichkeit zu einer solchen zu geben. (Red.) Rechoboth, 13. April 1929. . . . Die hiesige Plugah besteht aus 60 Menschen, davon annähernd 30 neue aus Deutschland. Ueberhaupt ist die Gegend ziemlich deutsch. ... in R. wohnen etwa 10 deutsche Familien, u. a. Bbr. Kurt L„ in Neß Zionah arbeiten verschiedene Deutsche, darunter Hans P. usw. So wird uns das Einleben ziemlich erleichtert. Auch lernen wir fleißig hebräisch und sprechen auch schon fast alle ganz gut, so daß wir am hiesigen Leben schon ziemlich lebhaft teilnehmen können. Während dieser Brief in der Mappe lag, hat sich etwas für uns Wesentliches ereignet: Wir haben 1000 Dunam Boden bekommen, haben also jetzt 12C0 Dunam, darunter etwa 200 Dunam Orangenboden. In kurzem werden wir mit dem Bau eines Brunnens beginnen können und näch und nach unsere eigene Wirtschaft aufbauen. Unsere Aussichten sind gut, wenn es auch noch viele und große Schwierigkeiten geben wird. *) s. politischen Bericht der Exekutive an den XII. Kongreß, S. 70, Marcus a.a.O. S. 113. 20