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Der jüdische Student · 1931-12-01 · (Dezember 1931) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
(Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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gelöst werden kann, gelöst zum Segen der Juden und der ganzen Welt. Nur dieser Gedankengang kann imstande sein, unsere Sache in der großen Meinung der Welt zu halten und den arabischen Widerstand als das erscheinen zu lassen, was er ist, als eine Verhinderung der Lösung des Lebensproblems unseres Volkes und zugleich als ein Hindernis zur Lösung der Judenfrage, <fie heute in zahlreichen Ländern als brennend empfunden wird. Kommt man mit einem Kulturzionismus, für den die Quantität gleichgültig ist, so vertritt man den Standpunkt eines Luxusbedürfnisses* Selbstverständlich nicht von unserem Standpunkt aus: für uns sind die Lösung der Judenfrage und Lösung der Judentumsfrage nur zwei Seiten desselben Problems. Wir haben gelernt — oder sollten gelernt haben — daß nur auf der Grundlage eines gesunden normalen jüdischen Volkslebens in Palästina jüdische Kultur entstehen kann. Wenn man jedoch die Judenfrage übergeht, wenn man tut, als wenn ein kleiner jüdischer Jischuw in Palästina ausreicht, um mißverstandene Achad haam'sche Ideen zu verwirklichen, so kann der außenstehende wohlwollende Beurteiler nur zu dem Ergebnis kommen, daß hier den ernsten Lebensinteressen der Araber in Palästina Luxuswünsche gegenübergestellt werden, die zwar sehr schön sind, aber die Entstehung eines neuen nationalen Konfliktpunktes nicht rechtfertigen. Nicht anders liegt es aber auch, wenn man nur an die interen Fragen -der Idee und der Organisation denkt. Man macht sich ernste Sorgen im deutschen Zionismus über die Fragen der Auseinandersetzung mit dem Kommunismus. Mit Recht. Aber diese Auseinandersetzung ist nur dann schwer, wenn man dem die Lösung des gesamten sozialen Weltproblems anstrebenden und stolz auf die russischen Erfolge hinweisenden Kommunismus einen schwachen, defaitistischen, ungläubigen, kleinen Zionismus entgegensetzt. Die Lösung der Judeaafrage ist ein Problem, das sich vor der Lösung der sozialen Frage nicht zu verstecken braucht. Ein bloßer Kulturzionismus, bei dem Kultur nicht als das Ergebnis nationalen Volkslebens, sondern als Treibhauspflanze zur seelischen Erbauung jüdischer Intellektueller aufgefaßt wird, kann nicht imstande seiaa, die Juden dem Kommunismus zu entreißen, wird nicht einmal imstande sein, unsere eigenen Menschen bei der Bewegung zu halten. Mehr als je sind wir verpflichtet, die Judenfrage der Welt zu studieren und uns selbst, den Juden und den andern Völkern an ihr immer wieder zu demonstrieren, daß nur der große Ideenschwung des ganzen Zionismus und nur die Verwirklichung des ganzen Ideals uns helfen kann. Nur von diesem Standpunkt aus werden wir imstande sein, der Organisation wieder zionistischen Geist zu geben und dadurch die Voraussetzung für jene rein organisatorischen Lösungen zu schaffen, um die wir uns bisher vergeblich bemüht haben. Zu jubiHeren ist heute weniger als je der geeignete Zeitpunkt. Wenn wir an die Gründung der Maccabaea erinnern, so geschieht es in dem Bewußtsein, daß diese Gründung vor 25 Jahren die Einleitung eines Aufschwungs unseres Bundes und darüber hinaus des deutschen Zionismus und der zionistischem Bewegung überhaupt war. Vielleicht ist der Augenblick gekommen, wo wieder einmal vom Kartell ein befruchtender Gedanke ausgeht. Wir haben uns und unsere Jugend erneut mit dem Geist unserer Bewegung zu erfüllen, unabhängig von jeder politischen Konstellation. Eine starke zionistische Organisation setzt Gruppen überzeugter und gläubiger Zionisten voraus. Eine solche 14

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