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Der jüdische Student · 1931-12-01 · (Dezember 1931) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
(Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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wie aus wirtschaftlich-finanziellen Gründen in eine Periode der Stagnation; sie kann kaum hoffen, ihr Werk in Palästina wesentlich 2211 erweitern, und sie muß leider sogar damit rechnen, manche palästinensische Bcsition räumen zu müssen. Die ersten Anfänge sehen wir in diesen Tagen in der Anpassung des palästinensischen Schulwerks an das Budget, eine Anpassung, die eben nicht mehr eine Anpassung, sondern eine beginnende Liquidation ist. Die zionistische Bewegung stand auch 1914, ak der Krieg ausbrach, in einer ähnlichen Situation. Freilich, damals waren es nur äußere Momente, die den Stillstand der Arbeit bedingten. Die zionistische Bewegung selbst war damals von mutigem Glauben an ihre Idee erfüllt and bewies es, indem sie den Krieg ohne sonderliche Erschütterung Überstaad, und indem sie jede Chance, die der Krieg für unsere Sache bot, ausnutzte. Ganz anders ist unsere heutige Situation, und hier liegt nach meiner Ansicht der Angelpunkt der ganzen Frage. Seit vielen Jahren spricht man iei uns von dem Problem der Organisation. Seit vielen Jahren gibt es darüber Enqueten und Urteile und viele kluge Vorschläge und Resolutionen. Ich waf es hier auszusprechen: keiner dieser Vorschläge berührt das Kernproblem. Nicht darum geht es, wie das Verhältnis von Landesorganisation zu Sondesarganisation zu regeln ist, nicht um die Wiederbelebung der Ortsgruppe oder am andere Fragen dieses Problemkreises. Die zionistische Organisation lebt, ^enn der Zionismus lebt. Das Problem, um das es sich handelt, ist die Frage nach der Lebensfähigkeit unserer Idee, ist die Frage, um es einfach zu sagea* ob die Zionisten noch Zionisten sind, und ob die Zionisten noch neue fenschen zu Zionisten zu erziehen vermögen. Das alles ist zu fragen unter Ifeücksichtigung der Tatsache, daß wir in den nächsten Jahren auf keine Süßeren Erfolge werden hinzuweisen haben, daß die Weltkatastrophe die Juifen und die Zionisten in ihren Bann ziehen wird, daß große ideologische Belegungen, wie vor allem die kommunistische, um unsere Menschen werben, le n Zionismus der Zionisten durch diese Zeit hindurchzuretten, das ist die Aufgabe dieses Augenblicks. Es soll in diesem Artikel jedes polemische Wort vermieden werden. Wir haben oben die politische Lage so geschildert, wie sie ist, ohne zu fragen, wer verantwortlich dafür ist. Wir wollen auch jetzt ohne Polemik über die Frage unserer Idee sprechen, ohne uns mit Defaitismus sof der einen Seite, mit Plantastereien und Faschismus auf der anderen Saale auseinanderzusetzen. Das eine ist sicher; es ist ein verhängnisvoller Feükr, zu glauben, daß man durch Verkleinerung des Problems, zu dessen Lösung ^sr Zionismus ausgezogen ist, dem Zionismus den Weg erleichtert. Gerade, wer mit Recht erkennt, daß die Sache der Araber sehr wohl die Sympathien polifsch einflußreicher Kreise der Welt gewinnen kann, muß verstehen, daß nur ein «mter, auf die Judenfrage in ihrer Totalität begründeter Z ä con i s m u s unsere Sache in der Welt zu vertreten vermag. Wir verlangen, dkß entgegen dem heute allgemein erkannten Prinzip über Palästina nicht nur cfie Bewohner des Landes entscheiden sollen. Wir verlangen also eine Ausnahme von einer völkerrechtlichen Regel, die ohne Zweifel keine der schlechtesim Regeln ist, und jedenfalls heute der Welt, auch bei Ideen zugänglichen Politikern als selbstverständlich gilt. Wir haben nur eine Argumentation: die alte HerzLsche Argumentation von der Weltjudenfrage als einem WeltprdHem, das nur in Palästina 13

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