Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Weniger klar war der Weg, den die Maccabaaa in dieser Situation für ihre Werbung, Erhaltung und zionistische Arbeit vühlen sollte. Es gab die Möglichkeit, alle Kraft auf Werbung neuer Menschen zu setzen, in der Erwartung, daß sich die zionistische Lage bald ändern würde. Dann mußte man die Beschäftigung mit der Lage der Juden in der <£alulh in den Mittelpunkt rucken und die Schwierigkeiten des Palästinaaufiaus verschweigen. Wir haben nicht deshalb einen anderen Weg gewählt, wsl man nicht wissen kann, wann die Aenderung der zionistischen Lage kommen wird, sondern vor allem, weil es unwahrscheinlich schien, Menschen so zu gewinnen und zur Arbeit für den Zionismus zu bringen; weil man gerade in eaner Zeit der allgemeinen Passivität wertvolle Menschen nur durch eigene Akivität gewinnen kann. Die Maccabaea bemüht sich im Gegenteil, von vornherein die Schwierigkeiten zu zeigen, die der Zionismus und die einzelnen Zionisten zu überwinden haben. Das ist für sie eine der wichtigsten Aufgälen der Verbindungsarbeit. Es wäre zu gefährlich, sich nur theoretisch mit (fiesen Schwierigkeiten zu beschäftigen; und wenn die Möglichkeiten, für den Aufbau Palästinas und die eigene Eingliederung in das.jüdische Volk zu wirken.,in der Galuth gering sind, hat die Maccabaea es jedenfalls für nötig gehalten, wenigstens diese geringen Möglichkeiten voll auszunutzen. Sie wertet ihre iäcbeit danach, wie weit es . gelingt, praktische zionistische Aufgaben zu erfüllen. Nicht nach den Ergebnisseni sondern nach der Intensität der Beschäftigung mit ihnen; danach, wie sich die einzelnen und die Gesamtheit bemühen dortzu sein, wo Menschen oder Geld für den Zionismus erkämpft werden, und shh dort voll einzusetzen, danach, wie ehrlich die Bemühungen sind, eine lebendige Verbindung zur jüdischen Kultur und zur hebräischen Sprache zu smaffen. ' Diese Aktivität könnte, so gering sie ist, in eher Welt, die passiv und abwartend geworden ist, genügen, eine Gemeinschzft zu erhalten und zu erneuern, gäbe es nicht eine andere Arbeit, bei daa- Juden heute scheinbar ebensogut aufbauend wirken können wie im Zionismus: die Arbeit für den Kommunismus. Die Beschäftigung mit "der Lage daar Juden in der Galuth — die auch sonst nie vernachlässigt worden ist — muß sich immer mehr die kommunistischen Vorstellungen zur Judenfrage einbezidien. Die theoretische und praktische Arbeit, die hrex zu leisten versucht wird, hat das Bestehen einer engeren Gemeinschaft unk: den Bundesbrüdern zur Voraussetzung. Die Auswirkungen der GemeinschaEil lassen, soll sie lebendig sein, sich nicht nur auf die Arbeiten, für die sie da ist, einschränken, sondern sind überall fühlbar; aber die Maccabaea vergißt xua, daß diese Gemeinschaft nicht Selbstzweck ist. Man wrird mir den Vorwurf machen, daß ich zuviel geschrieben habe, was die Maccabaea will, und zu wenig, was sie ist. Mm hätte vielleicht von Erfolgen in der Annäherung an die hebräische Spraihe, von Fortschritten der K.K.L.-Arbeit schreiben sollen, davon, daß die Arbeit zur Gewinnung von Menschen für den Zionismus (außer der eigenen Werbearbeit) erst am Anfang ist, von Einzelheiten und Kleinigkeiten unserer Arbeit. Doch scheint uns das alles viel zu sehr von Zufällen abzuhängen, 2&- daß man sich heute ein richtiges Urteil bilden könnte. Viel wichtiger scheht uns, daß die Maccabaea sich über ihren Weg einig ist und ihn konsequent fortsetzt. Wo sie sich auf ihm gerade heute befindet, wird man in weiteren 25 Jahren feststellen können. 11