Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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von Bundesbrüdern auf Grund der damaligen Stimmung der Verbindung den Weg nach Erez Israel gefunden. Die Erkenntnis, daß Chaluziuth und personliche Palästina-Verwirklichung die eigentlichen Aufgaben des K.J.V. werden müßten, ferner das Streben nach einer diesen Aufgaben entsprechenden Form führten dazu, daß der Gedanke der Fusion mit dem Blau-Weiß gerade in der Maccabaea besonderen Widerhall fand. Es war klar, daß vor allem durch eine Verjüngung des Kartells, durch Erfassung von Menschen, die beruflich noch nicht festgelegt waren, diese Aufgaben erfüllt werden könnten. Die Fusion scheiterte. Zionistische Krise, Defusion, deutsche Inflation führten zu einem starken Rückschlag im Kartell. Hiervon wurde die Maccabaea besonders ergriffen. Ihre besten Menschen waren fort, zu einem großen Teil in Erez Israel. Jetzt trat das Fehlen fester Formen besonders stark hervor. Jetzt erwies es sich, daß die Maccabaea in Berlin eigentlich niemals in Berlin bodenständig geworden war. Die Keilerfolge reichten nicht aus, um diesen Mangel zu beheben. Mit Hilfe der uns überwiesenen Bundesbrüder, die nur vorübergehend in der Maccabaea mitarbeiten konnten, gelang es, die Verbindung über die Krisenzeiten zu bringen. Der dauernde Wechsel der Bundesbrüder hemmte eine kontinuierliche Entwicklung. Erst nach langer, mühevoller Arbeit gelang es, die Verbindung bodenständig zu machen, einen Stamm von Menschen in der Verbindungsarbeit zu vereinen, der imstande war, der Maccabaea wieder ihren besonderen Charakter im Rahmen des Gesamtkartells aufzuprägen. * Die jüngste Generation Von Gabriel Motzkin. In den 25 Jahren, die die Maccabaea nun besteht, hat die Welt außerordentlich schwere Erschütterungen durchgemacht. Es mag daher ungerecht-. fertigt scheinen, bei der Beschreibung der Maccabaea von 1931 die Einzigartigkeit der heutigen Situation zu betonen, es läßt sich aber nicht vermeiden. Hoffte man bei Kriegsausbruch oder in der Revolution, durch die eigene Aktivität mit an einer Neugestaltung der Welt zu arbeiten, so ist die Nervosität, die heute herrscht, verschärft durch das Fehlen eines Ziels, durch Passivität. Bei den früheren Erschütterungen konnte man eine Revolutionierung der Lage der Juden erwarten, heute nur noch den Verlust ihrer letzten Positionen befürchten. Damals konnte man mit einer Verbesserung der politischen Situation des jüdischen Volkes rechnen, das Ende der heutigen Krise verspricht auch hier nichts zu bringen. Die praktischen Konsequenzen, die sich aus diesem Zustand ergeben haben, sind klar. Es braucht nicht weiter ausgeführt zu werden, wie sich die dauernde Vermehrung derer auswirkt, die materiell und dadurch zeitlich in ihren Arbeitsraoglichkeiten beschränkt sind. Es ist wohl auch nicht ohne Beispiel in der Geschichte der Maccabaea. Ebenso ist es selbstverständlich, daß die Lage der Juden in Deutschland — insbesondere die der jüdischen Studenten — die frühere Gleichgültigkeit gegenüber der Judenfrage unmöglich gemacht und die Arbeitsmöglichkeiten jeder zionistischen Organisation gesteigert hat. Auch eine Schilderung, welche Gefahren andererseits durch die Situation, m der sich der Zionismus befindet, entstehen konnten, ist wohl überflüssig. 10