Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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erschütterte schon an sich feste Menschen. Jede Gemeinschaft aber, in der ein von Ideen bewegtes Leben herrscht, zieht geradle in solchen Zeiten auch romantischere Charaktere an, deren Aktivität, besser gesagt Erregungszustand, mehr persönlich-psychisch als sachlich-ideell fundiert ist und ebenso schnell wieder erlöschen kann, wie sie aufflammte. Von diesen, die uns im Zusammenleben mit die liebsten Freunde gewesen sind, sind viele wieder völlig Einzelgänger geworden. Das Schlagwort „Revolution" hat eben auch nach der negativen Seite hin seine Berechtigung: wo viele Menschen in ihren inneren Grundlagen erschüttert werden, verlieren manche *len Halt. So kam es, daß dem starken Leben in der Maccabaea der ersten Nachkriegsjahre eine gewisse Leere im Nachwuchs folgte, die erst allmählich wieder aufgefüllt wurde. Hierzu Stellung zu nehmen ist aber bereits Aufgabe derjenigen, die seither am Werk sind. * Die Krise Von HenryAnghel. Durch den Krieg war die Kontinuität in der Entwicklung der Maccabaea unterbrochen worden. Die Realität Palästinas stellte die nach dem Krieg neu erstandene Verbindung vor völlig veränderte Aufgaben. Die studentischen Formen der Vorkriegszeit waren aufgegeben; sie kennten nach der Entwicklung der Dinge nicht mehr als adaequat empfunden werden. Es mußten neue Formen geschaffen werden. Hierbei ergab sich die große Schwierigkeit, daß die Maccabaea darauf verzichten mußte, ihre Foraa einem Aufgabenkreis zu entlehnen, der außerhalb ihrer eigentlichen, zionistischen Aufgabe stand und schon seiner Artung nach geeignet war, den Bundesbrüdern einen festen Zusammenhalt zu geben. Hierin lag der wesentliche Ueterschied zum Ruder- und Sport-V.J.St. Durch den Sport war diesen Verbissdungen ihre wesentliche Form vorgezeichnet. Es bedeutete für den Bestand dieser Verbindungen keine Gefahr, wenn zuweilen in der Erfüllung ihrer eigentlichen durch ihr Wesen als zionistische Verbindungen bedingten Hauptaufgaben in einem gewissen Grade Stagnationen und Rückschläge eintraten. Asders* bei der Maccabaea. Sie mußte ohne alle Hilfsaufgaben formgebender Art auskommen, die einen Ersatz für das abgelegte studentische Gewand bedeutet hätten. Bei diesem Mangel an jeder äußeren festen Form war die Maccabaea in hohem Maße von ihrer menschlichen Zusammensetzung und ihrem jeweiligen, geistigen, inhaltlichen Aussehen abhängig. Die Jahre 1922/1923 stellen einen Höhepunkt iss der Entwicklung unserer Verbindung dar. Damais waren in der Maccabaea unter Führung einiger hervorragender Bundesbrüder der Vorkriegsgeneratiost Menschen vereinigt, die, getreu dem Geist der alten Maccabaea, die neue Forderung erkannten. Dieser Geist war es, der jeden einzelnen Bundesbruder zu besonderer zionistischer Leistung, zu persönlicher zionistischer Verwirklichung verpflichtete. Hachscharah und Chaluziuth waren für die Maccabaea mehr als bloße Programmpunkte und Endziele einer langen Entwicklung; sie waren konkrete an jeden einzelnen Bundesbruder gerichtete Forderungen. Wenn auch manche Erwartungen und Hoffnungen von damals enttäuscht wurden, wenn sich manche unüberwindlichen Schwierigkeiten einstellten, so hat doch eine große Anzahl 9