Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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trziehung der Maccabaea verhindern wollte. Doch nceben jenen, die, als saturierte Bürger, vom Erwerbstrieb beherrscht, mit selüsam gemischten Empfindungen an ihre Aktivenzeit zurückdenken müssen, selfeen wir die erfreulich zahlreichen Freunde aus der Vorkriegsmaccabaea, die freute teilweise in der vordersten Front für die zionistische Sache kämpfen. Und wenn wir diese Menschen fragen, wo das tiefe Glücksgefühl der zionistischen Bereitschaft in ihnen geweckt wurde und wem sie die Richtung ihres Leibens zu danken haben, so werden fast alle der Gemeinschaft gedenken, deren 25jähriges Stiftungsfest wir jetzt begehen. * Nach dem Kriege Von Reinhold Cohn. Das Wesen der Maccabaea in den ersten Jahren naich dem Kriege könnte man mit dem einen Wort „Revolution" ausdrücken, obgleich dieses Wort viel zu abgegriffen ist, um eine Vorstellung von dem starben Umformungsprozeß zu vermitteln, der damals vor sich ging. Vier Ursachen wirkten zusammen, um der Maccafljaea nach dem Kriege ein ganz neues Gesicht zu geben: Der Krieg, der fast eine ganze Generation von Maccabaeern vernichtet hatte; nochmals der Krieg, der den Ueberlebenden die überkommenen Begriffe zerstört und sie in einem Zisstand der Unsicherheit und Suche zurückgelassen hatte; die auf einer größersn Grundlage neu beginnende Verwirklichung des praktischen Zionismus, da® jedem Einzelnen den Weg nach Palästina wies und ihn zur AuseinandersetzEmg mit den daraus entstehenden persönlichen Problemen zwang; der Einzug der heranwachsenden älteren Generationen des Blau-Weiß in das K.J.V. Alle diese Einflüsse wirkten selbstverständlich nicht auf die Maccabaea allein. Keine Verbindung konnte 1919 dort wieder anfangen, wo sie 1914 aufgehört hatte. Die zunächst augenfälligste Veränderumg im Leben des K.J.V., die Abschaffung der alten korporativen Formen, wuni© allerdings von einer eigens hierzu gegründeten Verbindung durchgefochten, dem Hechawer-Berlin, in dem sich die Blau-Weißen mit einer Anzahl von kämpferischen, innerlich der Jugendbewegung nahestehenden älteren Bundesbridern zusammenfanden. Der Sturm glückte, und der Hechawer löste sich nadi dem Kartelltag 1919 wieder auf. Ein großer Teil seiner Mitglieder, audia solche, die vorher in anderen Verbindungen waren, schloß sich der Maccabaea an. Und warum der Maccabaea? Hier muß der Ruhna der damaligen Alten Herren gesungen werden, die das starke Vertrauen der Jugendbewegung besaßen. Mit großem Verständnis nahmen sie deren Ideen auf, erkannten die Notwendigkeit der persönlichen Verwirklichung des Zionismus, der Hebraisierung, der Neuschaffung der Formen an und gingem selbst, wo sie konnten diesen Weg. So heftig oft die Konventsdiskussionen «raren, niemals blieb bei und das Gefühl zurück, daß man sich nicht verstand. Der Gedanke der „persönlichen Verwirklichung" war ja an sich nicht neu. Bereits auf dem Posener Delegiertentag, lange vor dem Krieg, stellte Blumenfeld die damals utopische Forderung auf, jeder Zionist solle Palästina in sein Lebensprogramm aufnehmen. Während des Krieges erließen dann Walter Preuß und Berthold Cohn einen Aufruf im ,,J.St.'\ der auf die gleiche Forde- 7