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Der jüdische Student · 1931-12-01 · (Dezember 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
(Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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grundsätzlich abgelehnt wurde. So sehr erlagen wir dem lauber der Unbedingtheit, daß wir der unbedingten Satisfaktion zuliebe auf <& Mitarbeit wertvollster Bundesbrüder verzichteten. Wenn etwas später von der Maccabaea der Anstoß zur Klärung der Erziehungsziele im Sinne offener zionistischer Forderungen ausging, so sollte auch damit weniger grundsätzlich Neues ausgesprochen, als mit einer bedenklichen Halbheit aufgeräumt w.erden. So war die Maccabaea anfangs eine B.I.C.-Korporation in Reinkultur — mit allen ihren Vorzügen und allen ihren Schwächen. Palästina und die Welt der jüdischen Kultur und hebräischen Sprache lagen ihr nicht näher als dem B.I.C. im allgemeinen. Wohl aber war die Maccabaea erfüllt vm einer grenzenlosen zionistischen Begeisterung und von dem Glauben an ihre Mission im B.I.C., ja vielleicht in der zionistischen Welt. Als unmittelbares 3üel stand der Kampf für den Zionismus im deutschen Judentum vor Augen, urd niemand von uns zweifelte daran, daß wir ihn bestehen würden. Mir scheint, daß in der Maccabaea der Glaube an ibre Sondermission verhältnismäßig schnell erloschen ist, und das ist kein Fehler, Aber ich wünsche der Jugend von heute, daß sie das Glück der Begeisterung kennen möge, das unser Glück in der Maccabaea war, und das als Gewinn übrig bleibt, selbst wenn eine rückschauende Kritik zur Erkenntnis gelangt, dkß das meiste hätte anders gemacht werden sollen. Was aus unserer Generation geworden ist? Wir Zähnen uns nicht -auf Nachfolge berufen, denn die letzte Generation derer, mS denen die Gründer noch in unmittelbarem Kontakt standen, ist im Kriege auftrieben worden. Von denen, die durch die ersten Jahre der Maccabaea hindrsichgingen, kann man gewiß nicht sagen, daß sie sich „unbedingt" bewährt halben, wohl aber, wenn man von wenigen absieht, die abgefallen sind, daß das Ehlebnis ihrer Jugend in ihnen nachwirkt, manchmal nur als mahnendes Gewisse^ oft aber als Quelle der Zuversicht bei der Arbeit für unser Volk. * Die alte Generation Von Gebhard H o 1 d h e i m. Ludwig Davidsohn, Bendix Cohn, Georg Todtmann, Heinz Bieber, Bernhard Fraenkel: die letzten Jahre der Maccabaea vor dem Kriege sind unlöslich verbunden mit diesem Namen. Und es ist mehr als eine sentimentale Geste, wenn wir beim 25jähr^en Stiftungsfest den Geist dieser unvergeßlichen Toten heraufbeschwören. in ihnen symbolisiert sich die Generation, die im Sinne der Gründer der Maccakaea dem Kartell vordem ungekannte erzieherische Aufgaben zuwies und eine Synthese zu schaffen suchte zwischen zionistischem Tatwillen und korporativer Form. Korporative Form galt uns niemals identisch mit studentischen Formen, die wir nur in sehr beschränktem Umfange und auch dam: nur insoweit übernahmen, als sie uns für unsere spezifischen Aufgaben uutwendig erschienen. Wenn wir Satisfaktion gaben und Kneipen machten, so war uns dabei der Ehrbegriff des deutschen Akademikers genau so fremdartig üiie jene Vorstellungswelt, die in einem durch albern-starre Disziplin ins Groteske verzerrten Saufgelage ihren Ausdruck findet. Fechten und gar Antreten haben viele von uns als peinlichen Zwang empfunden. Und nur weil wir — aus einer ex post 5

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