Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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neu geboren in selbst erkämpftem Zionismus die unverlierbare Sicherheit gewinnt, daß das Schicksal von Judenheit und Judentum von der Kraft der neuen zionistischen Bewegung abhängt. Nach 25 Jahren beginnt in einer veränderten Welt die zionistische Entscheidung wiederum wichtig zu werden. Aus richtiger Orientierung in dieser Zeit kann und muß eine zionistische Bewegung erwachsen, die sich inhaltlich vom Zionismus der vorigen Generation in manchem unterscheidet, die ihm aber an leidenschaftlicher und dauernder Wirkung auf seine Träger gleich sein muß. Genau so wie damals kann heute eine Verbindung des K.J.V. eine führende Rolle in der Gestaltung eines eindeutigen, die judische Welt erobernden, den zionistischen Menschen mit beglückendem Lebensgefühl erfüllenden Zionismus einnehmen. Fünf Generationen Maccabaea: Die Gründung Von Felix Rosenblüth. Als im Sommer 1906 vom V.J.St.-Berlin die Bildung einer neuen Korporation beschlossen wurde, waren seit dem Tode Theodor Herzi's zwei Jahre verstrichen. Der siebente Zionisten-Kongreß, der zweite Ugandakongreß, von einigen Gründern der Maccabaea mit leidenschaftlicher Anteilnahme miterlebt, lag kaum ein Jahr zurück. Der Zionismus war in Not. Der Chartergedanke, von Herzl selbst schwer erschüttert, als er das Ugandaprojekt mit der vorläufigen Unerreichbarkeit des Palästinazieles begründete, war mit seinem Träger dahingegangen. Die Kämpfe zwischen „politischen" und „praktischen** ZionLsten, die schließlich zur ideologischen Klärung und Beruhigung führten, waren gerade erst im Entstehen begriffen. Schwer nur fand sich die Bewegung in die Erkenntnis, daß der Weg zur Verwirklichung des Zionismus ein langer war. Wir waren enthusiastisch und pathetisch, und wir sagten: „Der Zionismus muß durch die Generationen getragen werden, bis die Stunde schlägt.'* Der Wille des zionistisch erzogenen und organisierten Volkes würde sich, dachten wir, am Ende Bahn brechen. War der Weg ein langer, so mußte das „geistige Rüstzeug** und noch mehr das moralische, denn wir glaubten vor allem an die Kraft des Willens, fester geschmiedet werden. Sicher hatten die Erziehungsmethoden des B.LC. genügt, um Menschen zu einmaligen Taten der Begeisterung zu befähigen, und wenn Herzl gerufen hätte, wären alle gekommen. Würde die Wirkung dieser Erziehung aber für eine lange Zeit vorhalten? Bei der Gründung der Maccabaea dachte man nicht daran, das Programm des Bundes zu reformieren, sondern den Bund im Sinne seines Programms. Man wollte mit dem Programm Ernst machen. Was der B.LC. gewollt hatte, sollte in der Maccabaea mit besonderem Ernst, in besonderer Reinheit, mit besonderer Ganzheit und Unbedingtheit erstrebt werden. Kein Wort kam so oft über unsere Lippen, wie dieses Wort „unbedingt**. Unbedingte Disziplin, unbedingte Pflichterfüllung, unbedingte Bundesbrüderlichkeit — bis herab zur unbedingten Satisfaktion, obschon der Satisfaktionsgedanke von den meisten 4