Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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brauchbar. Anders ist es aber z. B. mit einer Zeitung, vnlß zwar etwa dem Typ eines Generalanzeigers, also nicht so ein Bekenntnisbult, wie ein Blatt, das verständlich und interessant den Massen Nachrichten übermittelt, dabei auch klar den zionistischen Standpunkt heraushebt und voi diesem Standpunkt zu allen Fragen, die das Judentum interessieren, Stelling nimmt; anders als die „Rundschau", die, ein zionistisches Parteiblatt, sich ^besonders mit den zionistischen Problemstellungen beschäftigt, muß diese Zeitung lebendig au? alles, was deutsche Juden interessiert, eingehen. Werbemöglichkeiten für uns, die wir doch eine Kulturbewsgung sind, bieten die Schulen; frühzeitiges Beschäftigen der Jugend mit dem Hebräischen, mit den jüdischen Problemen, statt die Einführung« allein den Raligionslehrern zu überlassen. Je nach dem Kreis, an den wir uns wenden, müssen alk diese Methoden verschieden sein; verschieden für die Werbung auf Hochschukn, verschieden für die Werbung in der Großstadt, verschieden für die Werbung ih der Provinz. In .Betracht kommen Gruppenbesprechungen, Versammlungen, Vorträge, Besuche. Im ganzen ist zu fordern: Zentralisierung der Propaganda, Eingehende Sichtung des Materials, Vorbereitung und Ausarbeitung großer Propaganda-Aktionen, Verbesserung der Propaganda-Methoden, Angleichung unserer Propaganda an die Erfordernisse der Umwelt und an ihre Methoden. Insbesondere erscheinen mir vier Punkte wesentlich: 1. Die Notwendigkeit des Vorkampfes auf allen Interesseiagebieten des Umworbenen. Speziell für das K.J.V. der Kampf an den Hochschulen und die Gründung jüdischer Studentenschaften, vor allem einer Reichst Studentenschaft, die alls jüdischen Studenten umfaßt. 2. Eine alle Interessenkreise des deutschen Juden berühr-earle Zeitung mit starker individueller und zionistischer Prägung. 3. Versuch, Einfluß auf den Unterricht der kommenden Gareration zu bekommen, vor allem in jüdischen Schulen und im Religionsunterricht. Forderung intensiven Hebräisch-Unterrichts. 4. Zentralisierung der Propaganda bei einem besonderen Propagandaamt und Planmäßigkeit in Vorbereitung und Durchführung dar Aktionen. Ziel dieser Propaganda bleibt die Notwendigkeit der Vergrößerung unserer xVlitglieder- und Anhängerzahl. Die Problematik der jüdischen Wirtschafts - Situation, der Zusammenbruch der Abwehrmethoden des C.V„ die Erfolge des Nationalsozialismus geben uns die große Chance, dem Zionismus im deutschen Judentum zum Siege zu verhelfen! Wenn nicht jetzt, wann dann? 294