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Der jüdische Student · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Massen und für die jüdischen Massen bleibt, sind im Sinne des Sozialismus eine nicht trennbare Einheit. Die Jugend neigt zu einer oberflächlichen Ueberschätzung der Weite, sie übersieht das Problem des jüdischen Volkes, obwohl es auch „universal", nämlich ein Weltproblem ist, das nicht nur alle Juden, sondern auch alle Völker betrifft. Ihr ist also nur beizukommen, wenn man sie von der Weite zur Tiefe bringt und sie den Blick dafür gewinnen läßt, daß die Größe einer Aufgabe nicht nach ihren Dimensionen zu beurteilen ist. Und nun zum Schluß. Das K.J.V. als größte Organisation der zionistischen Jugend muß es als seine wichtigste Aufgabe betrachten, dafür zu sorgen, daß die zionistische Jugend innerhalb der Organisation ihre Funktion erfüllt. Wenn der Zionismus sich die Folge der Generationen sichern will, darf die Jugend nicht weiterhin nur Objekt zionistischer Erziehung sein. So sehr sie die Erfahrung der Aelteren und ihrer Führung bedarf, erwachsen ihr doch in der Organisation spezifische Aufgaben. Sie darf nicht nur den Willen haben, den Zionismus weiter zu tragen, sie muß es auch verstehen, diesen Willen in die Praxis umzusetzen. Sind Aufgaben und Methoden ihren besonderen Kräften und Wirkungsmöglichkeiten angepaßt, so wird die Jugend auch in der Lage sein, Außerordentliches zu leisten und das viel angewendete Wort von ihrer besonderen Mission wird bei uns nicht nur eine pathetische Phrase bleiben. Propagandarnefhoderi unserer Umwelt Die folgenden Ausführungen sind ein kurzer Auszug aus dem ausführlichen Referat, das Bbr. Heinz Wydra auf dem Camp gehalten hat. Aus Raummangel sind wir leider nicht in der Lage, das Referat ausführlich zu bringen, das sehr wertvolle Auszüge aus der wissenschaftlichen Propagandalehre enthielt. Das Präsidium hat für diese Propaganda ein eigenes Ressort eingerichtet, das Bbr. Ernst Marcus übernommen hat; vgl. hierzu S. 299. Werbung für ©ine Idee und ihre Propaganda heißt die Oeffentlichkeit zu seiner Meinung zu bekehren. Hitler unterscheidet in seinem Buch „Mein Kampf" die Werbung von Anhängern und Mitgliedern; Mitgliedern, die sich selbst betätigen, Anhängern, die ohne eigene aktive Tätigkeit mit der Partei sympathisieren und so gewissermaßen einen Teil der öffentlichen Meinung darstellen. Wir wollen die jüdische öffentliche Meinung im Sinne der zionistischen Lösung der Judenfrage beeinflussen und treiben von diesem Standpunkt aus Gemeindepolitik, eine spezielle Kulturpropaganda, Propaganda zur Aufbringung von Geldmitteln oder zur Uebersiedlung nach Palästina usw. Unsere Werbeaktionen verfolgen also das Ziel, in gleicher Weise außer Mitgliedern auch Anhänger für uns zu schaffen, die die "öffentliche jüdische Meinung für unsere Bestrebungen beeinflussen. 293

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