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Der jüdische Student · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Zionismus im Angriff Aus dem Referat von Bbr. Ernst Marcus auf dem Camp. Vorbemerkung: Wir haben einen Auszug aus dem Campreferat vom 2. 8. zum Abdruck gebracht, der wegen Raummangel erhebliche Teile des sehr umfangreichen Referates nicht enthält. In seinem Schlußwort zur Kongreßdebatte gebrauchte Weiznann eine Wendung, die wie kaum eine andere, den seelischen Zustand eines vom Zionismus ergriffenen Menschen treffend beschreibt: „Um uns herum", sagie er, ,,ist Ebbe und Flut, Ablauf äußerer Ereignisse, die nicht von unserem Willen abhängig sind. Man muß verstehen, die Flut auszunutzen, muß unter Umständen auf sie warten. In mir freilich, in mir ist immer Flut!" So kann nur derjenige sprechen, der das Erlebnis der Entscheidung gehabt hat wie einst Herzl, aDs er den Judenstaat schrieb: Das Erlebnis der Lossagung von der Umwelt des jidischen Volkes, des Eingehens in die Welt des jüdischen Volkes. Nur diese Erkenntnis von der Eigenart des Zionismus als Heidenschaft des -Geistes, die echte Individualität nicht zerbricht, sondern stark Jjanug ist, Individualitäten zu schaffen, indem sie dem Leben der Einzelnen Ricbtiung und Inhalt, dem Leben des Volkes Sicherung und Ziel gewährt, kann aus dem eingetragenen Mitglied einer zionistischen Organisation einen Zionisten machen Möglich, daß der Zionismus an solchen vorübergeht, wenn Milieu, Beruf usw.se Wege führen, die fern von ihm laufen und münden. Sind aber die äußeren Umstände günstig, besteht kein Zweifel an seiner Wirkung. Sie werden die waUnren Träger der Bewegung, denen alles folgt. Daß so viele dieser qualifizierten Menschen verloren, gehen, ist die Tragödie der Diaspora. Der Sammelpunkt fehlt. Vermaß sich Gambetta, Armeen aus der Erde Frankreichs zu stampfen,, — das jüdische Volk muß sich seine Streiter aus dem ewigen Feuer des lebendigen Geistes schaffen. Wir marschieren in der Front der nationalen Bewegungen, und insbesondere sind diejenigen Nationen uns brüderlich nahe, die, wie wir, umdie Volkwerdung kämpfen mußten. Aber deren Reihen fanden eine natürliche Ergänzung. Aus ihrer Erde wuchsen ihnen neue Streiter. Wir jedoch haben seHsst in Palästina noch kaum die Sicherheit einer Erbfolge; wenn wir nicht die Hxaft der geistigen Fortpflanzung haben, dann müssen wir untergehen. Werben ist darum für uns das immerwährende Problem. ^rir haben kein wichtigeres, und Zionismus im Angriff auf die Seelen lebendiger Menschen, das ist Zionismus schlechthin. Es gibt keinen anderen. Die theoretische Schlacht vor dem Kriege wurde konzentriert um die Frage „Deutschtum—Judentum" geliefert. Der Zionismus zog mit dar sogenannten Entwurzelungstheorie ins Feld, die die Notwendigkeit von Entwurzelung aus dem deutschen, Verwurzelung im jüdischen Milieu begründete und die Meinung vertrat, dem letzten Prozeß müsse die Entwurzelung vorausgehen. Wenn die „Probleme des modernen Judentums" von Klatzkin vielleicht einen Abschluß dieser Periode bilden, weil sie am Ende des Krieges noch einmal mit Eindeutig- 29 t

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