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Der jüdische Student · 1931-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1931)
Date
1931-10-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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einer Massenkolonisation im Wege stehen. Gelingt es der Jewim Agency, sich seiner zweckmäßig zu bedienen, sowohl was die Wahrung ihier Rechte wie die weitere Ausgestaltung des palästinensischen Gemeinwesens anbelangt, so wird sich der Wert des Mandates für uns erweisen- Unsere leitenden Staatsmänner müssen dazu ein wenig Juristen sein, ihre juridisdien . Fachberater staatsmännische Begabung aufweisen. Thesen für die politische Aktion Die folgenden Thesen sind der Extrakt des Campreferates von Bbr. Marcus „Zionismusia Angriff". 1. Der Zionismus erstrebt die Errichtung der nationalen Heiristätte für das jüdische Volk in Palästina, von der er sich eine zentrale und erckcheidende Lösung der Judenfrage verspricht. Demgemäß verlangt er auch vom deutschen Judentum Eingliederung in die zionistische Front und positive Mitwirkung an den Aufgaben, die die nationale Wiedergeburt in Palästina den: Gesamtjudentum stellt. Die Erkenntnis, daß von dem Gelingen oder Millingen des zionistischen Werkes die Zukunft des Judentums abhängt, soll Geireingut der deutschen Juden werden. 2. Alle Forderungen des Zionismus an das deutsche Judentum als Ganzes und den einzelnen deutschen Juden betreffen sein Verhältnis zur jüdischen Gemeinschaft und nicht seine Haltung zum deutschen Staat und Wölk. Wie alle anderen deutschen Staatsbürger, hat der deutsche Jude das Reiht und die Pflicht, seine politische Gesinnung und Parteizugehörigkeit selbständig zu bestimmen. Der Zionismus wünscht diese Freiheit nicht zu beeinträcäidgen. Er ist vielmehr gewillt, sie zu schützen, und bekämpft auf Grund seäier Weltanschauung lediglich die Angliederung an antisemitische Parteien resp. das Nachgeben gegenüber antisemitischen Tendenzen in den Parteien. 3. Wenn der deutsche Zionismus die Politik des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und der liberalen Vereinigung aMehnt, so geschieht das in der Erkenntnis, daß Programm und Methode diese? Organisationen geeignet sind, die rechtliche Position des deutschen Judentums zu schädigen und gleichzeitig seine Mitwirkung an den Aufgaben des Cesamtjudentums zu beeinträchtigen. Der Centrai-Verein erschüttert die Rechtsgrundlagen der Emanzipation, nicht weil er für deutsche Besinnung, sondern für eine bestimmte deutsche Gesinnung der deutschen Juden eintritt. Indem er eine besonfere Art nationalistischen Patriotismus von der jüdischen Gesamtheit bekunxkt wissen will, um das deutsche Volk von ihrer nationalen Zuverlässigkeit zu überzeugen, schafft er falsche Bewertungsmaßstäbe und diffamiert alle die deutschen Juden, die anderer Meinung sind. . Oft genug ist -die Bewußtheit dieser Tendenz deutlich durch offenes Abrücken von jüdischen Politikern in Deutschland, welche den Anforderungen des C.V. ircht entsprechen, von pazifistischer Gesinnung usw. zum Ausdruck gekommen. Außerdem schwächt die Politik des C.V. die innere Widerstandskraft cks Judentums, sofern sie es von jüdischen Aufgaben fernhält, deren Inangriffnahme für 289

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