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Der jüdische Student · 1931-08-01 · Heft 8-9 (August 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 8-9 (August 1931)
Date
1931-08-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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tischen Mitteln ein normal gegliedertes und geschichtetes jüdisches Gemeinwesen in Palästina zu errichten.4) Hierin besteht der Kardinalfehler der Gedankengänge Grabowsky's, daß er die in einer bestimmten Periode von einer bestimmten jüdischen Schicht zu einem bestimmten Zwecke entwickelte Ideologie, nämlich den Liberalismus des 19. Jahrhunderts, den der Zionismus gerade zu überwinden trachtet, zu der Geschichtsphilosphie des Judentums hypostasiert. Es ist wichtig und interessant, bei der Betrachtung der Grabowsky'schen Analyse noch einen Schritt weiter zu gehen und die Frage aufzuwerfen, von welchem Denkstandort Grabowsky zu dieser seiner Theorie überhaupt kommt. Von hier aus wird erst die Partikularität seiner Position vollends deutlich. Es handelt sich nämlich darum, daß Grabowsky mit ausgesprochenen Denkkategorien des deutsich ein eingehender Bericht in Nr. 14 der „Jüdischen Rundschau" (20. 2. 31), sowie eine grundsätzliche Stellungnahme in dem Artikel „Disputation" (dortselbst). Holländer entwickelte „eine geistige Auffassung, den Missionsgedanken des Judentums, der die Aufgabe der Juden im Dasein der Völker darin erblickt, dem Gedanken der Gerechtigkeit und dem Monotheismus zum Durchbruch zu verhelfen". Blumenfeld charakterisierte die national-jüdische Auffassung als „die Befreiung der Juden zur Gestaltung ihrer Zukunft" als' das „Zutrauen zur Kraft und Eigenart des jüdischen Lebens". Der Inhalt dieser Aussprache wird in dem erwähnten Artikel „Disputation" auf die beiden Formeln „Haltung der volligen Passivität" und „Wille zur aktiven Gestaltung des jüdischen Schicksals" reduziert, womit eben — um die obigen Ausführungen noch von einer anderen Richtung her zu unterstreichen — die Antithetik „Zionismus und Liberalismus" in ihrem entscheidenden Diffeschen Konservatismus die zionistische Konzeption zu erfassen unäühre Realisierung zu widerlegen versieht. Seine Argumentation ist die Aaseinandersetzung eines prominenten Repräsentanten des Kulturkonservatjismus5) mit dem Liberalismus, verdeutlicht an dem Beispiel des jüdischen Liberalismus, dessen W esen irrtümlicherweise mit dem des politischen Zionismus identifiziert wird.6) Diese außerordentlich wichtige Erkenntnis möge noch unter Bezugnahme c auf die in derselben Ebene liegende Polemik eines anderen Repräsentanten des "konservativen Denkens ^ejen den Libaralismus im einzelnen beleuchtet werden. Wir denken hier an den Staatarechtler Carl Schmitt, der in einen} (im Archiv für Soziahvissenschaften, Bd. 58, erschienenen) besonders geistvollen Aufsatz: „Der Begriff des Politischen" folgende Gedankengänge entwickelt: Jedes politische Handeln ist nur auf renzpunkt (soweit es sidb um die formale Analyse handelt) umrissen wird. *) Ueber das Wesen der zionistischen Politik vgl. Josef Cohn: „England und Palästina" (Ein Beitrag zur britischen Lrupire-Politik)),. 10. Kapitel, Seite 165 fr. Dort wird dler Nachweis von der Existenz des Begriffs „Zionistische Politik" im einzelnen erbracht. Es wird gezeigt, daß sdle Faktoren eines' Systems der Politik und des politische- Handelns aurh der zionistischen Politik zugrunde liegen. Mit einer entscheidenden Ausnahme: es fehlt der Faktor der «Gewalt. Der Zionismus kann und dar5 auch nicht das ihm absolut inhärente „Streben nach M'chtanteü" — öas Zentrum jedes politischen Handelns —auf der Basis der „Pickelhaube", um sich dieser ebenso drastisches, wie prägnaten Formulierung Mas Webers zu bedienen, zu realisieren versuchen. 5) In dem jüdischen Lexikon (ed. Herlitz-Kirschner) lesen wir in Bd. 2, Seite 1252: „Grabowsky schuf 1911 275

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