Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1931)
- Date
- 1931-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Juni-Juli 1931: Die Nationalsozialisten erringen in einer großen Anzahl Deutscher Universitäten bei den Wahlen zur Studentenvertretung die Mehrheit. Das Anwachsen der antisemitischen Welle gipfelt in dem „Deutschen Studententag" in Graz, bei dem die National- Sozialisten die unbestrittene Führung erlangen. Budapest, Juli 1931: Verschärfte Numerus-clausus-Gesetze. Berlin, 29. Juni: Blutige Schlägereien an der Universität mehrere jüdische Studenten verletzt, die Autorität des Rektors versagt völlig. Berlin, 30. Juni: Wiederholte Aufläufe und Schlägereien an der Universität. Berlin, 2. Juli: Eine Reihe von nichtjüdischen politischen Studentenvereinigungen (Volkskonservative, Zentrum, Jungdeutsche, Demokraten, Sozialdemokraten u. a.) erlassen eine feierliche Erklärung gegen die Ruhestören „Wir werden, falls auch in Zukunft die Universitätsbehörden zur Verhinderung des Terrors nicht imstande sein sollten, uns zu schützen wissen/* Juli 1931: Ausschreitungen, in den allermeisten Fällen antisemitischen Charakters, an den Universitäten Köln, Greifswald, Halle, Hamburg, Breslau, Kiel, Königsberg,, München. In München stürmen die Nazi-Studenten in die Vorlesung des von Juden abstammenden Staatsrechtlers Prof. Nawias*ki mit dem Ruf: „Tod dem Juden Nawiaski." * Berlin, 21. Juli 1931: Die Vertreter des K.C. lehnen bei einer Besprechung der Jüdischen Studentischen Verbindungen die Beteiligung an Maßnahmen ab, die eine Selbstverteidigung der Jüdischen Studenten gegen antisemitische Ueberfälle zum Ziel haben. Berlin, 17. August 1931: Die Repräsentantenversamralung der Berliner Jüdischen Gemeinde berät über die weitere Beteiligung der Gemeinde an den Arbeiten der Jerusalemer Universität. Der Hinweis der Vertreter der Jüdischen Volkspartei auf die Lebensnotwendigkeit der Jerusalemer Universität für die Zukunft des jüdischen Akademikertums und der jüdischen Wissenschaft bleibt erfolglos. In namentlicher Abstimmung streicht die liberale Mehrheit gegen die Stimm.en der Volkspartei den Beitrag für die Hebräische Universität. Hans Klee. 262