Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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den A.H. Dr. Weißmann Entlastung und wählte ihn wieder zum Vorsitzenden; zum 2. Vorsitzenden wurde A.H. Dr. Munzner gewählt. Nachmittags machten wir eine kurze Neckarfahrt zu einem Gartencafe; man war dort zwanglos zusammen und tauschte mit den anderen Bundesbrüdern im kleineren Kreise Anschauungen aus. Durch die Abendveranstaltung, die sehr gut gelungen war, gewannen wir auch neue Mädels für den Z.J.St. Der Z.J.St. umfaßt hier ungefähr' 10 Mädels und ist in Form einer Arbeitsgemeinschaft aufgezogen. (Näheres durch Vera Lewin, Gaisbergstr. 17.) Die K.K.L.- Arbeit, die wir ebenfalls allein in Heidelberg und den umliegenden Gemeinden durchführten, ist durch die allgemeine Wirtschaftslage sehr er-» schwert. Es fahren ungefähr 15 Bundesbrüder (davon 7 neurezipierte) zum Kongreß. Weiterhin arbeiten wir im Jugendbund durch Referate mit. .Köln: VJ.St. „Hatikwah". Der Semesteranfang stand unter einem ungünstigen Stern. Die Lösung der Chargenfrage schien zunächst unmöglich, sodaß wir bereits den Gedanken der Suspendierung der Verbindung in Erwägung zogen. Glücklicherweise konnten einige unerwartet von auswärts kommende Bundesbrüder einspringen und die Verbindungsarbeit in Gang bringen. Die Chargen wurden auf dem Antrittskonvent wie folgt besetzt: Jakob Gottschalk X, Max Spangenthal XX. Theo Pelz XXX. Bei der Semesterarbeit wirkte sich einmal die gleiche Schwierigkeit, die bei der ChargenJbesetzung bestanden hatte, aus. Vor allem aber fehlte es an hinreichendem Connex zwischen den Bundesbrüdern untereinander und zu der Verbindung. Hieraus ergab sich die wesentliche Aufgabe des Semesters: Reaktivierung der Bundesbrüder und Wiederherstellung des persönlichen Konnexes. Die Versuche in dieser Richtung haben sich gut angelassen, obwohl auch hier noch gegen die passive Resistenz der Bundesbrüder zu kämpfen war. Regelmäßige zwangslose Zusammenkünfte und Abendspaziergänge halfen uns bei unseren Bemühungen. Der Anfang des Semesters war im wesentlichen durch die Keilarbeit ausgefüllt. Bei verschiedenen Keilabenden bei Alten Herren erzielten wir 7 A.ktivmeldungen erster Semester. Hiervon sind bisher 6 recipiert. Die Keilarbeit ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden am 9. Juli 1931 noch eine Keilveranstaltung größeren Umianges haben. Jedoch können wir infolge der beruflichen und anderweitigen Inanspruchnahme der Bundesbrüder, insbesondere der Bur- .schen, die fast alle i.a.B. sind, nicht sämtliche Möglichkeiten ausnutzen. Einige weitere Aktivmeldungen scheinen jedoch sicher. An regelmäßigen Wochen-Veranstaltungen fanden statt: 1. Fuxcnkurs in Tendenz, geleitet von Bbr. Hans Capell. 2. 2—3stündiger Fuxenkurs in K.J.V.- Geschichte und Kommentunterricht von A.H. Gidion. Beides war seraesterlang vernachlässigt worden. 3. Hebräischer Kurs für Anfänger von A.H. Ahlfeld. . 4. Hebräische Arbeitsgemeinschaft für Fortgeschrittene, in der die Bundesbrüder jüdische Tageszeitungen und hebräische Literatur lasen und sich in hebräisch unterhielten. Das Interesse für Hebräisch ist außerordentlich rege. Vor allem hat ein Teil unserer neuen Füxe ganz gute Kenntnisse. 244 i