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Der jüdische Student · 1931-07-01 · Heft 7 (Juli 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Daß in Rußland der Antisemitismus energisch bekämpft wird, kann nicht1 geleugnet werden — und ich verstehe es nicht, welches Interesse wir haben», sollen, diese Tatsache, die in der Welt wohl einzig dasteht, abzuleugnen oder zu bagatellisieren. Daß der Erfolg zweifelhaft ist, braucht uns Zionisten wirklich nicht zu wundern. Daß weiter in Rußland der Zionismus bekämpft wird, hat mit Antisemitismus nichts zu tun. Wenn also die Bemerkung Stalins unter „Kuriosa" gebracht wird, eingeschaltet zwischen den wirklich kuriosen Berichten über den Heller-Abend und der lächerlichen Darstellung des „Ungarisch-jüdischen Patriotismus'* kann man nur annehmen, daß gar nicht der Antisemitismus in Rußland gemeint ist, sondern daß man den kommunistischen Versuch, gleichsam von dieser Seite her, diskreditieren will. Wir haben genug von solchen Methoden in der öffentlichen Presse, und bitten, daß sie in unserer Zeitschrift, die der Erziehung dienen soll, nicht angewendet werden. Mit bundesbrüderlichen Grüßen Euer Leon Chitzes, Maccab. * Kritik einer „Entgegnung". Im letzten „J.St." hat Bbr. Katschke auf den Artikel von Bbr. Chitzes: über Zionismus und Sozialismus eine Entgegnung geschrieben, die mir weder in ihrem sachlichen Inhalt, noch — und das ist das wichtigste — in ihrer Form ganz geglückt zu sein scheint. In ausführlicher Darstellung hat sich -Bbr. Chitzes mit dem Problem über Zionismus und Sozialismus auseinandergesetzt, in einer Darstellung, deren Inhalt man annehmen oder ablehnen kann. Die Entgegnung von Bbr. Katschke erweckt den Anschein, als ob sie nicht, eine sachliche Auseinandersetzung mit der Anschauung von Chitzes darstellen soll, sondern als ob sie gleichsam die mehr von übergeordneter autoritativer Seite gegebene Zensur bedeutet, belegt durch ein Zitat von Rathenau. Katschke schickt seiner Entgegnung eine kurze personliche Bemerkung voraus, die in ihrem ganzen Ton (welche Verirrung!) eine scharfe Kritik an der vorangegangenen Darstellung enthält, und er belegt diese Kritik nicht damit, da& er sich nun mit den einzelnen Argumenten von Chitzes sachlich auseinandersetzt, sondern er stellt sich einfach abstrakt ein längeres Zitat Rathenaus, das auf den ersten Blick mit unserer Situation gar nichts zu tun hat, den auf unsere speziellen Probleme zugeschnittenen Ausführungen von Chitzes gegenüber. Das erscheint mir nicht sehr glücklich. Ich glaube, daß ein Bundesbruder, der sich ehrlich mit einem unserer brennendsten Probleme herumschlägt, auch wenn er zu falschen Ergebnissen kommt, unbedingt Anspruch darauf hat, daß derjenige, der ihn berichtigen will, ihm die Unrichtigkeit seiner Darstellung durch Eingehen auf jeden einzelnen wichtigen Punkt nachweist und dann, darauf aufbauend, seine eigene Meinung entwickelt. Wir könnten sonst leicht zu dem, sicher von Katschke als Redakteur des „J.St/* in keiner Weise gewünschten und beabsichtigten Erfolge kommen, daß jüngere Bundesbrüder mit ihren Meinungsäußerungen im „J.St." zurückhalten, weil es ihnen nicht paßt, daß gewissermaßen eine „Zensur" hinter ihre Ausführungen 224

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