Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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gesetzt wird. Es wäre m. E. richtig gewesen, wenn Bbr. Kaischke diese Entgegnung mit einigen Worten eingeleitet hätte, daß er sich miit den Atisführungen von Bbr. Chitzes nicht identifizieren könne und wenn «r dann den Versuch unternommen hätte, das Problem, das hier zur Diskussion stand, nämlich Zionismus und Sozialismus, von sich aus unter Prüfung der Argumente des vorangegangenen Artikels nach seinen Anschauungen darzustellen. Auch der sachliche Inhalt der kurzen Entgegnung von Katsrhke scheint mir völlig verfehlt. Schließlich steht heute ein großer Teil der zionistischen Bewegung, nämlich die gesamte Arbeiterschaft, vertreten durch M Delegierte •auf dem Kongreß, ungefähr auf dem Standpunkt, den Chitzes entwickelt hat, und wenn man sich mit dem Problem Zionismus und Sozialismus auseinandersetzt, wird man die Ansicht dieses Drittels der zionistischen Organisation, das wahrhaftig an Leistungen sich vor den übrigen zwei Dritteln nicht zu schämen braucht,'nicht einfach ignorieren können. Schließlich glaube ich auch, daß gerade die Zitierung von Ratthenau nicht ganz das geeignete pädagogische Mittel ist, um uns als junge Zaanisten, die wir in täglichem Kampf mit kommunistischen Anschauungen und! im Ringen um unsere eigene Meinung zu dem Problem Zionismus und Sozialismus stehen, als autoritativ und als für unsere Situation maßgebend zu erscheaaen. Das aber sind Fragen des Inhalts, über die sich streiten läßt,, die' selbstverständlich Katschke hätte darstellen können, wenn er sie nidkt in diese m. E. unrichtige Form gekleidet hätte. Heinz Gerling. * Eine kurze Erwiderung sei der Redaktion gestattet. Wir halten die obigen Vorwürfe nicht für so berechtigt, wie sie scheinen. Zunächst die Entgegnung auf den Artikel von Chitzes: Mit Unrecht sagt m. E. Gerling, daß ich nicht davon gesprochen habe, daß ich andeirer Meinung sei. Deutlich beginnen meine Ausführungen damit, daß ich midi gegen die Grundauffassung „Klassenkampf" als Dogma des Sozialismus wende. Noch deutlicher das zum Ausdruck bringen heißt m. E., das Kartell zu schiecht einschätzen und das Niveau des J.St. erniedrigen. Ich kann im einzelnen heute nicht sachlich auf die Ausführungen erwidern, insbesondere nicht darlegen, inwiefern ich glaube, daß die Ausführungen, die ich von Walter Rathenau zitiert habe, wirklich eine sachliche Erwiderung sind und die Grundauffassung sachlich treffen. Daß sich durch eine solche sachliche Erwiderung Bundesbrüden entmutigt fühlen könnten, halte ich für ausgeschlossen. Auch, die Bezeichnung „Verirrung*' ist eine sachliche Wertung und keine Zensur. Ich bin auch der Meinung, daß es grundsätzlich richtig ist, Gedanken, die man selber sagen will, aber an anderer Stelle besser ausgedrückt findet, ruhig mit den Worten anderer im J.St. zu bringen- Die Diskussion kann dadurch nur gewinnen. Ich kann aus diesem Grunde auch nicht anerkennen, daß der zweite Vorwurf, die Zusammenstellung unter „Kuriosa", die groteske Mitteilung über den Hellerschen Vortrag im K.J.V., die Bemerkung Stalins über den Antisemitismus und die Bemerkung über den ungarisch-jüdischen Patriotismus «ine unehrliche Stellungnahme gegenüber der Idee des Kommunismus darstellt. 225