Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Schreiberkanonen Platz einzuräumen. Die Artikel werden, dann dien weniger gelehrt sein, dafür aber lebendiger und zweckmäßiger. Ich weiß, daß es heute im Kartell wrieder eine Diskussion übs: Hebräisch .gibt. Diese Diskussion gehört in den J. St. Ich weiß, daß die Art and Möglichkeit unserer Keilarbeit gegenüber anderen ideellen Bewegungen stark umstritten ist; auch diese Auseinandersetzungen gehören in den J. St. Die Beispiele dieser Art ließen sich häufen. Sicher ist es schwierig, unsere Aktiven •dazu zu bewegen, ihre Gedanken im J. St. niederzulegen. Dabei schadet es nichts, wenn die Ueberlegungen nicht völlig durchdacht oder Eb^ ins Letzte durchgesprochen sind. Das könnte und sollte in aller Oefientlichkefc geschehen; «denn gerade wenn wir alle Probleme des jungen Kartells im J. St. behandeln, wird er uns das K.J.V.er-Leben am deutlichsten widerspiegeln- Erscheint «das K.J.V.er-Leben im Spiegelbild trübe, so kann der J.St. eben nicht anders .aussenen. Du hast einige kleine Ansätze gemacht, die ich begrüße. Du richtest Dich gegen einen seichten Materialismus, der sich bei uns breit macht und beziehst Dich dabei meines Erachtens mit Recht auf„Bbr." Walte Rathenau. Diesen Kampf gegen die „Assimilation an deutsche Verhältnisse, an die seichte, unnationale Umwelt" wollen wir mit Freude und Elan aufnehmen. Es droht -die große Gefahr, eine intelligente, tatenfreudige Jugend an den Knnmunismus zu verlieren- Nicht als ob ich fürchte, daß der Kommunismus untrer Jugend •etwas bieten könnte, was sie im Zionismus nicht findet, sondern rur, weil die heutige Jugend allgemein in der Radikalisi;ung einen Ausweg aus dem Sumpf materialistischer Kläglichkeiten sieht. In derartigen Zeiten neigt man leicht -dazu, die vorhandenen Tatsachen nicht richtig zu bewerten unü z. B. eine Führung allzulaut ihrer Fehler zu zeihen, statt auch bei aller BEritik anzu- -erkennen, was geleistet worden ist. Es wäre gut, wenn nicht nur zu besonderen Anlässen unsere jungen Bundesbrüder ihre Unzufriedenheit mit bestehendem zum Ausdruck bringen, sondern auch hier den Mut finden, im J. St. zur Klärung der Frage Stellung zu nehmen. Ich bin fest davon überzeugt, daß, wenn es Dir erst gelun^m ist, zwei Nummern des J. St. in der vorher skizzierten Richtung herauszubringen, sehr viele, denen das Kartell etwas bedeutet, mitarbeiten und mitschreiben werden. l?u wirst dann bald den Beweis haben, wie leicht die Aktivitas zir Mitarbeit gewannen werden kann, wenn sie fühlt, daß der J. St. ihr Organ ist. Joseph O'tbs t f e l d. * Liebe J.St.-Redaktion! Die Bemerkung Stalins über die Bekämpfung des Antisemitisnus in Rußland ist alles andere als kurios, und ich möchte dagegen Einspruch erheben, ■daß Ihr in dieser nicht ganz offenen Weise in unserem J.St. Stdlung gegea eine Idee nehmt. Ich würde es verstehen, wenn Gegner des Sozialismus oder des Versuches seiner Verwirklichung in Rußland auch in unserer Zeitschift sachlich Stellung nehmen, denn diese Dinge berühren uns schließlich alle auf das Stärkste. 223