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Der jüdische Student · 1931-07-01 · Heft 7 (Juli 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 7 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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gerade wir anerkennen, was Weizmann dem Zionismus bedenkt. Er war es, .der uns .\on England die Balfour-Deklaration, der uns in Sm? Remo das Mandat gebracht hat und damit den Grundstein für den Palästina-Aufbau legte. Diese Tat allein macht Weizmann nach Herzl zu der historischen Persönlichkeit der jüdischen Geschichte unserer Zeit. Er waT es, der in der nichtjüdischen und jüdischen Welt uns einen Fonds politischen Vertrauens und freundschaftlicher Beziehungen geschaffen hat, ein Gut, das zu erhalten uns oberstes Gesetz erscheint. Gewiß, Weizmann mag Fehler gemacht haben — wo ist der Staatsmann, der frei von ihnen ist? —, all die Fehler, die ihm vorgeworfen werden, erscheinen uns seiner Leistung und seiner Persönlichkeit gegenüber klein und geringfügig. Die Geschichte wird beweisen, welche politische Jkrsicht nicht nur zur Zeit recht zu haben scheint, sondern auch für die Zühmft rechtbehalten wird. Fast fünfzehn Jahre hindurch gab er seine ganze Kraft und sein ganzes Können seinem Volke, ein Beispiel, dem zu folgen unser aller Daik sein muß. Auch die neugewählte Leitung, so scheint uns, stellt kein „Programm für die Zukunft'* dar. Sokolow ist Präsident geworden. Als Exekutive sind gewählt: Arlosoroff, Locker, Brodetzky, Newman, Farbstein. Uns scheint, als läge in dem Mangel an einem großzügigen, whklich durchgearbeiteten sachlichen Programm der Parteien überhaupt die Schwierigkeit des ganzen Kongresses und der zionistischen Organisation. Die Wahl eines Führers wie Weizmann hätte vielleicht ein Urogramm sein können. Man hat aber keinen Gegenkandidaten aufgestellt, tohi dem sich ein gleiches sagen läßt. Wir kennen nicht die Unterlagen, die die bisherige Leitung in ihren Berichten den Kongreßmitgliedern zur Verfügung gestellt hat. Sicherlich sind sie in der politischen Kommission eingehend bearbeitet worden. Wir hätten sehr gewünscht, daß „in den großen Reden von der Kongreßtribüne'* aus in viel sachlicherer Weise zur eigentlichen Paläsiiiaarbeit der Leitung und zu den aus ihnen sieh ergebenden großen Problmien Stellung genommen wäre. Damit erst wäre die Kongreßtribüne zu einaawirklichen Tribüne der Wünsche des jüdischen Volkes gemacht worden. So blieb der Kongreß nur zu sehr eine interne Sache der zionistischen Organisation mit einer internen Diskussion über die Frage des Endziels, also Fragen der Taktik, ohne Diskussion über die möglichen wirklichen Ziele. Der Zionismus fällt nicht zusammen, wenn wir eine Majestät nicht so schnell erreichen, aber der Zionismus kann eine nicht wieder gu|zu machende Schlappe erleiden, wenn wir nicht lernen, schnellstens uns auf Ha t s a c h e n einzustellen. Es war ein Kongreß der Ueberraschungen, und das ist bedmekend, überraschend ist die Instruktion des britischen Kolonialamtes über die Verwirklichung des Landentwicklungsplanes, überraschend die Ernennung des Oberkommissars, ohne daß man offenbar die Person des OberkommEsars, ja kaum die Tatsache einer Ernennung kannte. Die neue Leitung ist damit bereits vor eine nicht zu irnVersch ätz ende Schwierigkeit gestellt, sie hat der englischen Regierung gegenüb^ bereits jetzt 219

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