Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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halt und warmherzig geschriebenes Reisebuch, das man dem Genossen Ramsay MacDonald überreichen sollte. Freilich, es wäre gut, wenn man über die jüdische Arbeit in Palästina einmal ein paar Jahre lang weniger sympathisierende Bücher veröffentlichte und dafür die Kolonisationsarbeit selbst etwas ergiebiger vorwärts triebe, sie insbesondere finanzierte. Dann hätte man erst von einer so schonen Arbeit wie der Vanderveldeschen den Genuß der Lektüre mit beruhigtem Herzen." (Seite 308/309.) Sche'iiotenu Uns liegt das Heft 1 des zweiten Bandes von Sche'ifotenu (unsere Aspirationen), dem Organ des Bundes Brith-Schalom, vor. Obwohl der erste Band (so etwas wie Jahrgang) mit sechs Heften bereits erschienen ist, hält es die Redaktion für nötig, in diesem Heft — das im Gegensatz zu den bisher in zwangloser Folge erschienenen Heften die erste Nummer der Monatsschrift des Bundes sein soll — ein Expose über die Ziele des Brith Schalom zu geben. Schade nur, daß dieses Expose nicht erschöpfend genug ist und daher den nicht eingeweihten Leser über die Ziele des B.S. im Unklaren läßt. Die Zeitschrift soll all denen, auch Nichtmitgliedern des B.S. ohne Unterschied von Partei und Nation als freie Tribüne dienen, „die, von welchem Standpunkt auch immer, ernstlich gewillt sind, mit der Lösung der jüdischarabischen Gegensätze auf friedlichem Wege sich zu befassen4'. Es sollen dazu beitragen: historische Ueberblicke, Diskussionen über aktuelle Tagesfragen, Vorschläge für die Zukunft, Dokumente über jüdischarabische Fragen und monatliche Rückblicke über jüdisch-arabisches Zusammenleben. Die Redaktion verspricht, vor der Verkündung der Wahrheit auch dann nicht zurückzuschrecken, wenn „man sie aus falsch verstandenem politischen Interesse nicht zu hören wünscht". Auf diese Weise hofft sie, die Schwierigkeiten der jüdisch-arabischen Verständigung in Palästina aus dem Wege zu räumen. Durch diese ihre Einstellung begibt sich die Broschüre gezwungenerweise auf den Weg der Polemik, von der auch die weiteren Teile der Einleitung erfüllt sind. Man polemisiert gegen das im B.S. gehaltene Referat des Redakteurs der englischen Ausgabe des „Feiestin", des Inders Achtar, der eine jüdische Minorität im Rahmen einer noch zu schaffenden arabischen Föderation fordert. Allein der Gedanke der Föderation und die Vorschläge einer gemeinsamen kulturellen und ökonomischen Arbeit von Juden und Arabern „dienten als Grundlage für einen fruchtbaren Meinungsaustausch". Worüber die Redaktion ihre Zufriedenheit ausdrückt! Das Referat ist in der Broschüre abgedruckt. Ferner wird seitens der Redaktion befürchtet, daß der Brief Mac Donalds an Weizmann die jüdisch-arabischen. Beziehungen in Palästina trüben könnte. „Hätte Weizmann diesmal weniger erreicht, würde er mehr gewonnen haben", dies ist der ungefähre Tenor der Ausführungen. Mehr Raum wird der Besprechung der ersten Session der Assefath- Niwcharim (im folgenden A.N. bezeichnet) gewidmet. Wir erfahren aus der Polemik gegen die A.N., daß der B.S. für parlamentarisches Regime in Palästina und eo ipso für den binationalen Staat ist, allein mit der Einschränkung, daß die Grandpostulate des Zionismus dem Willen der Mehrheit des Parlamentes nicht 199