Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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setzt. Böe hier entwickelte äußerst interessante Argumentation ist durch die ebenfalls in der „Zeitschrift für Politik'* veröffentlichte neueste Arbeit Grabowsiky's — eine phänomenologische Studie über den „Konservatismus* in stärkstem Maße vertieft uni. verdeutlicht worden. Es wird aanch darauf ankommen — im Rainnen Von längeren oder kürzeren Artikeln — einen Ueberblick üSrer die wichtigsten Zeitschriften,, über ihr Gesicht und ihre geistige Struktur, zu verschaffen. (Hierbei *räre vielleicht auch die sehr interessante Vorfrage zu behandeln, warum gerade in Deutschland — wie wir immer wieder betont haben — die „Zeitschrift" eine besondere Bedeutung und Rangordnung in dem geistigen Lebm der Nation einnimmt.) In erster Ausführung dieses Programmpunktes wird nächstens ein längerer polemischer Aufsatz über die Zeitschrift ,JDle Tat" (Diederichs, Jena), die seit einiger Zeit in stärkstem Maße di& Oeffentlichkeit beschäftigt, abgedruckt werden. Insbesondere das junge Kartell wird nochmals aufgefordert, :m. der Ausgestaltung dieser neuen Spalte „Zeitschriftenschau" tätig mitzuwirken, wobei die Redaktion für weitere Anregungen und Vorschläge sehr dank&ar sein wird. Josef Cohn. Sozialistische Monatshefte. In dieser ebenso eigenartigen wie interessanten Zeitschrift erscheint V regelmäßig eine besondere Spalte „Außenkffiüonisation", die von dem warmen Förderer des Palästina- Gedankeis und sehr aktiven Mitglied des deutschen Pro-Palästina-Komitees, Landrat Hermann Kranold, bearbeitet «ird. In dem Heft vom März 1931 finden sich längere bibliographisch« Darlegungen über die „Jüdische Kolonisation in Palästina". Es wird zunächst auf „Zwei neue, sehr interessante Materialsammlungen" hingewiesen, und zwar auf die „Doku-. mente zur Palästina-Politik 1929 bis 1930", Berlin (Verlag der „Jüdischen Rundschau") und außerdem „Docur ments and Essays >on Jewish Labour Policy in Palestine", Tel Awiv (herausgegeben von der General Federation of Jewish Labour). Die von Adolf Böhm herausgegebene Monatszeitschrift „Palästina" wird als bei weitem die beste und ergiebigste Zeitschrift über Kolonisation in Palästina bezeichnet, die Jahrgang für Jahrgang eine Ueberfülle bestgeordneten Materials und ausgezeichnet durchdachter Aufsätze bringt. Es heißt dann weiter: Endlich sei noch auf drei Arbeiten hingewiesen, die gerade jetzt gelesen werden sollten, da in manchen Kreisen das Zutrauen zur zionistischen Kolonisationsarbeit zu wanken scheint. Sie zeigen uns, daß man nicht auf den guten Willen der britischen Regierung angewiesen ist und daß die Zukunft des Zionismus im jüdischen Volke selber liegt. Es sind dies: „1. M. Nemirowsky: „Labotir Position in Jewish Colonies in Palestine", Tel- Awiv (The Palestine Worker's Fund), hauptsächlich eine kurze Darstellung der Ergebnisse der letzten statistischen Erhebung über die Arbeiterverhältnisse in Palästina. 2. Abraham Granovsky: „Boden und Siedlung in Palästina", Berlin (Jüdischer Verlag) eine Fortsetzung des früheren Buches desselben Verfassers „Probleme der Bodenpolitik in Palästina": Auch diesmal wieder eine solide Erörterung wichtiger Einzelfragen auf Grund tiefgehender praktischer Kenntnisse der Dinge. 3. Emile Vandervelde: „Schaffendes Palästina", Dresden (Karl Reißner), ein sehr schön illustriertes, leb- 198