Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Doris Wittner — eine Zeitschrift, die sich „Freie Jüdische Monatsschau" nennt. Am Kopf dieser Zeitschrift ist mein Name in einer Form genannt, der den Eindruck erwecken muß, als sei ich für dieses Unternehmen irgendwie mitverantwortlich. Tatsächlich aher ist die Nennung meines Namens sowohl ohne mein Wissen wie auch ohne jede materielle Berechtigung erfolgt. Ich habe zwar auf Wunsch einen Artikel für das Blatt geschrieben, habe aber sonst mit der Sache nicht das Geringste zu tun. Gustav Krojanker. ZEITSCHRIFTEN: Vorbemerkung, Es gibt kaum ein zweites Land, in welchem die Zeitschriften in so starkem Maße das geistige Leben der Zeit und ihre Problematik widerspiegeln wie Deutschland. Nicht nur, daß rein zahlenmäßig in Deutschland, in den Ländern des deutschen Kulturkreises überhaupt, die meisten Zeitschriften veröffentlicht werden, sondern auch in qualitativer Hinsicht besteht kein Zweifel darüber, daß sich in deutschen Zeitschriften die wertvollsten und aufschlußreichsten Arbeiten, seien es kurze Aufsätze oder längere Abhandlungen, finden. (Es sei z. B. darauf hingewiesen, daß sämtliche Arbeiten Max Webers während seiner Lebzeit ausschließlich in Zeitschriften publiziert wurden, bis dann die ersten religionssoziologischen Aufsätze kurz vor seinem Tode als gesonderte Bücher erschienen.) Eine besondere, regelmäßig erscheinende Spalte soll das Interesse und die Aufmerksamkeit für das pulsierende geistige Leben, wie es in der Zeitschrift seinen stärksten Ausdruck findet, wachrufen. Auch der Jüdische Student" soll eine solche „Zeitschriften-Schau** aufweisen. Wenn ich in dem vorliegenden Heft im Auftrage der Redaktion des „J.St." mit dem Versuche beginne, diese Lücke auszufüllen, dann verbinde ich damit gleichzeitig einen Appell an das Kartell und insbesondere an seine Aktivitas, alles zu tun, um diese Spalte allmählich zu einem wertvollen und bleibenden Bestandteil unserer Zeitschrift zu machen. Es kann sich m. E. nicht nur darum handeln, rein referierend über Zeitschriften-Artikel zu berichten, wie es im folgenden in Kürze vorgenommen wird, sondern es scheint mir ebenso notwendig zu sein, sich mit der geistigen Problematik, wie sie — um es nochmals zu betonen — in den Zeitschriften ihren stärksten Niederschlag findet, auch tatsächlich im allgemeinen und von unserer zionistischen Position aus im besonderen, auseinanderzusetzen. Es gibt immer eine Fülle von grundlegenden Arbeiten, die in Zeitschriften versteckt, der breiten Oeffentlichkeit kaum zugängig sind und die eine solche geistige Auseinandersetzung oder Polemik geradezu als gebieterisch und notwendig erscheinen lassen. Als konkretes Beispiel hierfür wird in der nächsten Nummer des J.St. ein längerer Artikel erscheinen, der sich mit dem bedeutenden politischen Schriftsteller Adolf Grabowsky und seinem vor einiger Zeit in der „Zeitschrift für Politik" erschienenen Aufsatz „Das Schicksal Palästinas und die Krise des Zionismus" auseinander- 197