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Der jüdische Student · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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Ober die Errichtung eines Treuhandlind Finanzierungs-Instituts für Palästina Schon die Ueberschrift wird manchen von Euch abschrecken, weiter zu lesen. Da kann man nichts machen. Wer es aber mit Palästina und seiner eigenen praktischen Betätigung für Palästina ernst meint, der soll nicht gleich beim Anfang verzagen, sondern aufmerksam weiterlesen. Es handelt sich um das alte Problem. Wie macht man es, daß man Geld in Palästina anlegt, ohne es zu verlieren, ohne es zu riskieren und dabei außerdem angemessene Zinsen zu bekommen. Ihr alle werdet auf diesem Gebiete vermutlich über eine größere Anzahl negativer Erfahrungen verfügen, ich mache mich aber zum Organ und Sprecher einer Reihe von leidlich anständigen Bundesbrüdern und Landsleuten mit längerer eigener Palästinapraxis, die hier durch mich zu Worte kommen und sich Euch verständlich machen wollen. Eine schwere Aufgabe. Wie soll man Worte finden, über eine Sache zu reden, deren Ruf dank bewußter und unbewußter schwerster Fehler von allen Seiten so verrufen ist, daß in den weitesten Kreisen Geld geben für Palästina gleichbedeutend mit Geld verlieren ist. Und doch kann Palästina ohne eine gesunde, private Initiative nicht aufgebaut werden. Bei allen Anstrengungen können die Spendenfonds nur einen Bruchteil des erforderlichen Geldbedarfes decken und auf der anderen Seite, Investments ohne Rentabilität sind ungesund und schädlich. Auch nationale Kapitalien müssen Zinsen bringen, nur daß sie dank ihrem Charakter kleinere Renten bringen dürfen als private Kapitalien und daher an vielen Plätzen angesetzt werden können, wo das private Kapital seine Gefolgschaft versagt. Wir wollen aber beim privaten Kapital bleiben. Wir wissen, daß es heute nicht zu schwierig ist, 8 bis 10 Prozent Verzinsung auch in Deutschland für nicht allzu riskante Anlagen zu bekommen und eine kürzlich unternommene Reise nach London und Paris hat mich überzeugt, daß auch z. B. 7- bis 8-prozentige griechische Staatsanleihen keine Papiere sind, die das Londoner Publikum erheblich reizen. Trotzdem glauben wir, daß Verzinsungen von 7 bis 12 Prozent, nach dem Charakter der Anlage variiert, aber* alles innerhalb europäischer Begriffe von Sicherheit der Anlage, ausreichen dürften, um unser europäisch-jüdisches Sparpublikum zu Investierungen in Palästina in stärkerem Umfange als bisher zu veranlassen. Meine Pläne bewegen sich dabei hauptsächlich auf dem Gebiete der städtischen und vorstädtischen Erschließungspolitik, die ja trotzdem ein sehr wesentliches Glied des Palästinaaufbaus darstellen. Ich denke an die Finanzierung von Häusern, Straßen, Wasserleitungen, Kanalisationen, Kleinsiedlerstellen usw. Es handelt sich dabei um Anleihen an- Private, an Cooperativen, eventuell an Kommunen. In Betracht kommen Anleihen von £P. 50 an aufwärts, als Sicherungen erste bzw. zweite Hypotheken und da, wo diese nicht ausreichend erscheinen, zusätzliche Sicherungen in Form von Garantien kreditwürdiger Persönlichkeiten oder Gesellschaften. Es gibt für diese Art Betätigung in Palästina noch kein Institut außer dem kleinen Anfang von Ernst Wollstein, der sich aber mühelos in eine größere Institution einpassen könnte. Was erforderlich ist als Träger solcher verantwortlicher Finanztransaktionen ist eine Gesellschaft, die selbst eine gewisse finanzielle Kapazität besitzt und dem 184

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