Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Geld richtig verteilt wird? Eine Jugend muß sehen, daß war mmr Ideal lOOproz. vertreten. Nur die revisionistische Jugendbewegung wächst, weil sie das reine zionistische Ideal predigt. Epstein (Sport-V.J.St.): Der Zionismus wird geschädigt vor albm durch die innere Schwäche der Organisation. Wie können wir sie stärkm? Nur zwei Richtungen vermögen Menschen zu begeistern: Der Revisionismus und •die Linke. Der Revisionismus befolgt die Methode, ein Ziel als jßxeichbar hinzustellen, von dem die große Mehrheit glaubt, daß es in dieser Firm nicht verwirklicht werden kann. Es ist leicht, durch eine derartige Methode Begeisterung zu wecken. Der Erfolg der Linken dagegen liegt in der persönlichen Interessiertheit und in der größeren Beteiligung der sozialistischen Arbeiterschaft am Aufbau Palästinas. Durch eine Interessierung aaich der übrigen Teile der Bewegung wird eine Stärkung der Organisation zu erreichen sein. Wir brauchen schon deshalb eine starke Organisation, um mit England und den Arabern verhandeln zu können. Die Araber werden nur mt einem gleich starken Partner verhandeln. Andererseits können wir aber rieht verlangen, die Araber zu beherrschen. Ich bin auch für eine möglichst garße Einwanderung nach Palästina, aber nicht zu dem Zweck, um die Araber klein zu machen. Unser Ziel lautet: Zwei Völker gleichberechtigt nebeneinander in Palästina. Cegla (Kadimah): Was bedeuten Schlagworte, wie starker Jishuw, binationaler. Staat usw.? Sie sind Produkte einer Salondiskussion. Wir müssen verlangen, daß die Endziele des Zionismus auf dem Kongreß wieder warkündet werden. Wenn man einen Judenstaat schaffen will, so heißt das, die Mehrheit in Palästina schaffen. Mit Faschismus hat das nichts zu tun. Jeder Vergleich hinkt, weil der deutsche Faschismus z. B. eine Bewegung innerhalb dar Nation darstellt, wir dagegen haben erst die Nation zu schaffen. Wir wehren uns nur dagegen, daß von anderen Parteien die Verheimlichung unserer Ziele verlangt wird. Gerling (Maccabaea): Es ist allerdings schwierig über den Kampf zwischen Revisionismus und Nichtrevisionismus hinaus sich einmal wrülich mit den sachlichen Kongreßproblemen auseinanderzusetzen. Es erscheint arir wichtiger, diese Fragen zu erörtern, als hier Propagandareden zu halten. 1. Zur Verständigung mit den Arabern: Die Politik ihr mittleren Linie ist die einzig Richtige. Wir müssen die Atmosphäre schufen zur Ermöglichung der Verständigung, vor allem durch wirtschaftliche Kooperation. Es ist gefährlich, durch hetzerische Reden das Verhältnis mit den Astern zu verschlechtern. 2. Zur Stellung gegenüber England: Weizmann's Polii& in der letzten Zeit war durchaus richtig. Auch unter einer revisionistischen Leitung könnte gar nichts anderes geschehen. 3. Zur Jewish Agency: Hier allerdings hat unsere Politik versagt. Der Kongreß muß sich ernstlich die Umgestaltung der Jewish Agency in eine demokratische Bewegung überlegen. 4. Zum „Judenstaat": Mit dieser klaren Formel kann man Manschen zunächst mehr begeistern als durch Aufstellung kleinerer Ziele. Wann wir 173