Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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der Zeitschrift findet, durch Nachschlagen näher zu unterrichten- Schnell findet sich dann ein Steinchen zum anderen, und mancher wird, was er aus Pflichtgefühl begonnen hat, mit ehrlichem Vergnügen weiterführen*^ Dr. Raphael Straus, Nürnberg. Eine Aussprache der Berliner Aktivitas über Kongreßprobleme. Das Präsidium veranstaltete am Vorabend der Kongreß wähl eken politischen Ausspracheabend über die Kongreßprobleme untejr der Aktivitas, auf dem ausdrücklich nur die Aktivitas zu Worte kommen sollten. Wir veröffentlichen nachstehend das Protokoll dieser Veranstaltmiig, wobei selbstverständlich die Reden gekürzt und nur das Wesentliche ans ihnen wiedergegeben ist. Wenn auch in vieler Beziehung das Niveau dieses Abends zu wünschen übrig ließ, halten wir die Fortsetzung solcher Diskussionen unter den Bundesbrüdern im Interesse ihrer politischen Erziehung für unbedingt notwendig. ♦ Einleitendes Referat Ton Bbr. Gerhard Liebes: Es ist außerordentlich schwer, am Abend vor der Wahl zum Kongreß nur in unserem Kreise mit sachlichem Ernst^und ohne Haß über die Probleme zu sprechen. Trotzdem muß der Versuch gemacht werden. Wenn das nicht gelingt, dann ist damit der Beweis erbracht für unsere falsche politische Erziehung. Der Wahlkampf spielt sich zwischen den Revisionisten und d«n sogenannten Regierungsparteien ab. Der Grund ist verständlich. Die RefEerangsparteien unterscheiden sich nur in der Auffassung über die Art des praktischen , Aufbaues. Die Revisionisten bekämpfen mit Heftigkeit die ganze Msherige Politik. Sie sagen, daß der mehr erhält, der das Meiste fordert. Sie fordern das Kolonisationsregime und den Judenstaat zu beiden Seiten des Jordan. England wird aber derartigen Forderungen nicht nachkommen. Wir werden uns bloß die Araber und die Kreise in Genf zu Feinden machen. Englands Politik im vorderen Orient läuft darauf hinaus, sich immer mehr von den inneren Angelegenheiten dieser Länder unter Wahrung der notwendigsten englischen- Interessen zurückzuziehen. Alles das, was wir über das Mandat hinaus fordern, kann nur das Ganze gefährden, da wir sonst als diejenigen erscheinen, die sich als erste vom Boden des Mandats entfernen. Der Revisionismus meint, daß der Zionismus ohne Propagierung des Judenstaates seines Sinnes entkleidet werde. Wir dagegen treten nur für einen starken und gesunden Jishuw ein. In Palästina hat man sich gefen den Revisionismus entschieden, was ein Zeichen für die politische Reife des Jishuw ist. Man darf sich nicht im Kampf mit dem Revisionismus in die Position des Brith Schalom drängen lassen. Dort tut man vielfach so, als ob es audb ohne Weizmann ginge. Man vergißt dabei, daß keine Bewegung ohne große Führer bestehen kann. Wenn Weizmann jetzt der Obstruktion folgend seinen Rück- *) Anmerkung der Redaktion: Das Abonnement der Zeitschrift, die rierteljährlich erscheint, kostet jährlich RM. 10,—. Bestellungen vermittelt auf Wunsch auch die Redaktion sowie jede gute Buchhandlung. 171