Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537820-3537824--7989-3546040
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

bekannten bei den großen jüdischen Gemeinden und Kolonisationsgesellschaften (1C&, Alliance Israelite usw.). Weiter schlägt er vor die Kapitalisierung der Akäfcen des K.K.L., dessen Einkünfte zur Zinsendeckung auf das Kapital zu dienm hätten, das man für Landkäufe geliehen hat. Für den Keren Hajessod schlagt der Autor eine Reorganisation vor auf der Basis, daß jedem Lande spezielle Aufgaben übertragen werden. Erziehung und Gesundheitswesen sind der Kegierung und dem Jischuw zu übertragen, und es besteht einzig und allein das Problem, die Mittel für die Subsidierung in der Uebergangsperiode zu besxäaffen. (JAB* . * Zionismus und Sozialismus Von Chiles Es ist nicht leicht, unseren Menschen den Zionismus so zu vermitteln, daß er üüaien zur Hauptaufgabe ihres politischen Seins wird. Die Losung der Judenfeage ist für die Juden schon deshalb die wichtigste Aufgabe, weil, abgesehen von allem anderen, die Lösung der sozialen Frage im Judentum, solange eine Judenfrage besteht, auf die Dauer unmöglich ist. Jfo dem natürlichen Bestreben, den Zionismus allem anderen voranzustellen, darf man aber nicht den Fehler begehen, Probleme, die auf einer anderen Eben* liegen, vernachlässigen oder vertuschen zu wollen. Soweit diese Fragen, wie TL. B. die soziale Frage, legitim sind, d. h. aus den echten Bedürfnissen des praktischen Lebens entstehen, offenbaren sie ihre Problematik unabhängig von jjedem Versuch, sie zu unterdrücken. IÖann liegt die Gefahr vor, daß der Zionismus als ein Hindernis, sogar als Feinü dieser Erkenntnis empfunden wird. Diese Reaktion auf eine falsche Erziebaaigspolitik im Zionismus ist uns genugsam bekannt. Es kommt alles darauf an, die Stellung des Zionismus zur sozialen Frage völlig zu klären, Man muß verstehen, daß eine solche Klärung gerade vom Standpunkt des Zionismus aus notwendig ist, weil sie allein die Grundlage zu einer vernünftigen, «L h. möglichen und erfolgreichen Erziehung bietet. Die Vorstellung, daß jede Beschäftigung mit anderen als zionistischen Fragen dem Zionismus abträglich sei, weil sie Kräfte absorbiert, die dem Zionismus zugute kommen könnten, ist falsch denn diese Fragen lassen sich nicht unterdrücken, und man soll sie auch nicht unterdrücken wollen. Efe soziale Problematik unserer Zeit drückt sich in dem Kampf um und gegen den Sozialismus aus; der Klassenkampf ist ihre Form. Das will heißen, daß $sx Kampf um* den Sozialismus nicht irgendwelchen Gedankenabstraktionen oder Meologien entspringt, sondern daß seine Quelle die soziale Struktur unse* rer Welt ist, genau so, wie der Zionismus seinen Ursprung in der realen Judenfrage Bat. ISbe abnorme Situation der Judenheit hat zu einer besonderen sozialen Schichtung geführt, was aber nicht besagt, daß die Judenheit, wie es etwa Marx dargestellt hat, jemals eine einzige geschlossene Schicht gebildet hätte. Auch die Juden müssen den Gesetzen des Klassenkampfes folgen; die Front des Klassenkampfes geht mitten durch die Reihen des jüdischen Volkes» genau so, wi» durch die Reihen eines jeden anderen Volkes. 160

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.