Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3537599-3537820-3537824--7988-3546039- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Vorschlag Sprinzak: Spxinzak verweist auf sein früheres Projekt über die Erwerbung von 1 Million — nicht Spender, sondern Mitglieder der Erweiterten Jewish Agency. Er wünscht diese nicht für die Zionistische Organisation zu gewinnen, weil letztere in Fraktionen und Parteien geteilt ist, sondern sein Wunsch ist, diejenigen Massen, die an keiner dieser Parteien und Fraktionen interessiert sind, zu gewinnen. Und das ist in der Tat, was die Anhänger der Erweiterten Jewish Agency in Zürich gewollt haben. „Die Demokratisierung der J.A. wird zu einer Veränderung in ihrer Konstitution führen, sie wird den ' Massen die entscheidende Stimme geben und das Ideal eines jüdischen Weltkongresses für den Aufbau Palästinas realisieren". Das Endresultat wird sein, daß die Zionistische Organisation von der J.A. aufgesogen werden wird, und unter solchen Bedingungen ist das sehr zu wünschen. Als Mitgliedsbeitrag zur Agency schlägt der Autor einen Schekel von „1.0.0 Lstrl." vor, welcher indes, wie der zionistische Schekel, den wirtschaftlichen Bedingungen und dem Kurs •in den verschiedenen Ländern angepaßt werden kann. Die Losung der Aktion zur Gewinnung von 1 Million Mitgliedern muß sein: Beginn einer neuen Kolonisation. Der Zweck der Zeichnung von 1.0.0 Lstrl. muß sein, ein festes Minimal- «einkommen zu garantieren, das unabhängig ist von philantropischen Schenkungen. Die Aktion muß von der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency durch die Kräfte der Jugend und der Frauenorganisationen durchgeführt werden. Hadassah und WIZO haben schon ein Beispiel gegeben, wie man neue Kräfte für das palästinensische Werk gewinnt; jeder einzelne Jude muß bearbeitet und zur gleichen Zeit müssen die verschiedenen jüdischen Organisationen gewonnen werden. Das Projekt wird dem K.K.L. und dem KJHL keinen Schaden zufügen; es wird für sie neue Spender und Propagandisten gewinnen. % (JAB) * Der Vorschlag Arlosoroff: Arlosoroff beschäftigt sich im „Davar" vom 8. Mai mit dem Finanzproblem des XVH. Zionisten-Kongresses. Der Schwerpunkt liege in der Frage, wie bringt man ca. 2OO0O Juden jährlich nach Palästina? Das geht über die Kräfte eines jeden Fonds und irgendwelcher Zeichnungen. Das kann nur mit Hilfe von Krediten für Massenkolonisation geleistet werden. Die Erweiterte Jewish Agency hätte als Instrument für die Erlangung solcher Kredite dienen können, hat aber die Gelegenheit nicht ausgenutzt. Es gibt zwei Arten von Krediten, für nationale Zwecke, innere und äußere. Eine innere Anleihe für einzelne Unternehmungen, wie z. B. die Ausnutzung der Konzession auf die Hule-Ländereien, die Kolonisation vom Wadi el Chawarath, eine Kühlhallenanlage und ähnliches ist beim jüdischen Volke erhältlich, aber niemals können ausreichende Summen auf diesem Wege für die Notwendigkeiten der Kolonisation als Ganzes aufgebracht werden. Dafür müssen andere Wege gesucht werden. Der Autor schlägt eine internationale Anleihe unter Sanktion der Mandatsregierung vor, die durch ihr „Development Scheme" jedenfalls zugestanden hat, daß Kredite für die Entwicklung des Landes notwendig sind. Kollektive Garantien für solch eine Anleihe sind zu 159