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Der jüdische Student · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Da die Wahlen bereits vorüber sind, kann auf alle grundsätzlichen Darlegungen, die ja der Gewinnung von Anhängern dienen sollen, im Jöoment verzichte! werden. Wir beschränken uns auf eine Prognose. I. Der XVII. Kongreß wird sich von den bisherigen Kongressen der Nachkriegszeit dadurch unterscheiden, daß zum erstenmal eine starke revisionistische Fraktion von etwa 45 Mitgliedern seine Entschlüsse entscheidend bestimmen wird. Man darf rückblickend sagen, daß auf den Kongressen der letzten zehn Jahre Dr. Weizmann und die Arbeiterpartieien die geistige Führung hatten. Im Grunde geschah, was Dr. Weizmanm und seine Anhänger im Bunde mit den „linken** Parteien beschlossen. Dieses wird sich nun ändern. Das politische un4 wirtschaft'fahe System Dr. Weizmanns ist zusammengebrochen. (Der skurrile Versuch Einiger weltfremder Intellektueller, einen „Weizmannismus ohne Weizmann" zu konstruieren und seine Fortdauer zu verlangen, bedarf gar keiner ernsthaften A&wehr. Die Führer des deutschen Zionismus beweisen mit dieser Forderung mu noch einmal ihre politische Instinktlosigkeit.) Ein System verschwindet uaxJ ein neues muß kommen. Die „Linken" haben sich völlig verrannt, Sie wollen ä tout perix die Fortdauer der bisherigen Wirtschaft, mindestens soweit ihre Interesssi betroffen sind. Die Hitachduth propagiert einen neuen Millionendrive, diesmal nicht um eine Million Pfund, sondern um eine Million Menschen*). Diese soTkn aber Gott behüte nicht in die Zionistische Organisation eintreten, sondern sie sollen „Mitglieder der Jewish Agency" werden. Warum? Weil die Zionistische Organisation aus Parteien besteht. Und Parteien sollen nicht sein — mit Ausnahme der „Linken" natürlich. Die übrigen gewöhnlichen Juden sollen $bo Kopf ein Pfund Beitrag an die Agency zahlen und diese soll — das wird nicht ausgesprochen, aber es ist gemeint — ihre Gelder wie bisher der Arbeiterorganisation zur Verfügung stellen. Dieser Verzerrung des zionistischen Organisationsgedankens wird der Revisionismus auf diesem Kongreß seine Forderung entgegenstellen: Erneuerung der Zionistischen Organisation. Das bedeutet zugleich Reform der Jewish Agency, die sich in keiner Richtung bewährt hat und die eine permanente politische Gefahr ist. (Es ist unwahr, daß die Nichtzionisten politisch geholfen und nicht geschadet haben. Sie haben geschadet.) Für uns Revisionisten hat die Zionistische Organisation nur daran noch Sinn und Wert, wenn sie wieder zur nationalen Kampforganisation $&s jüdischen Volkes wird. Als Anhängsel der Jewish Agency, als bloße (Keldsammelmaschine brauchen wir sie nicht. Die Lösung dieses Problems in unserem Sinne wird für unssr Verhältnis zur Zionistischen Organisation bestimmend sein. — IL Der naive Wunsch der Linken, die bisherige Wirtschaft — näoüch die Beherrschung des Fonds durch die Histadniih und die Abwürgung jefe Versuchs einer wirtschaftlichen Neuorientierung, unverändert weiterbestehen: zu lassen, wird auf die Ablehnung von etwa zwei Dritteln des Kongresses staeßen. *) Vgl., unten: Vorschlag Sprinzak. i57

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